Weiden/Tirschenreuth/Neustadt/WN. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober um rund 450 auf 4.573 arbeitslose Personen deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung ist typisch für die Jahreszeit und die Quote von 3,9 Prozent ist erfreulich für den Nordoberpfälzer Arbeitsmarkt. Mit 1.830 Stellenangeboten bewegte sich die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern auf einem weiterhin hohen Niveau.
Zufrieden zeigte sich Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Weidener Arbeitsagentur, mit der Entwicklung am lokalen Arbeitsmarkt: „Mit 2.438 arbeitslosen Männern und 2.135 erwerbslosen Frauen liegen wir um 170 Personen unter den Arbeitslosenzahlen vom Oktober 2015.“ Nur im Bereich der Arbeitsagentur Tirschenreuth waren rund 20 Personen mehr als im Vorjahresmonat von Arbeitslosigkeit betroffen. Vor allem junge Menschen profitieren im Herbst vom Einstellungsschub. Viele von ihnen starten eine betriebliche oder schulische Ausbildung, besuchen eine weiterführende Schule, eine Qualifizierungsmaßnahme oder begannen an einer neuen Arbeitsstelle.
Laut Tirschenreuther Arbeitsagentur waren im Oktober noch etwa 170 junge Menschen auf der Suche nach einer Arbeit oder einer Lehrstelle. Insgesamt ist im Agenturbezirk Weiden die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren in den letzten vier Wochen um 26 Prozent gesunken. Aktuell sind noch rund 530 Jugendliche ohne Job.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Im Oktober meldeten sich insgesamt rund 1.340 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos, gleichzeitig beendeten etwa 1.790 Personen ihre Erwerbslosigkeit. Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit mit Blick auf das Vorjahr unterschiedlich. So sank die Arbeitslosigkeit bei deutschen Staatsbürgern um 13 Prozent und stieg bei Ausländern um 78 Prozent. „Die berufliche Qualifikation ist ausschlaggebend für die Chancen am Arbeitsmarkt. So haben Geringqualifizierte weiterhin ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden“, berichtet Würdinger. Er betont auch, dass arbeitslose Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie bei langer Arbeitslosigkeit besondere Unterstützung benötigen. Hier setzen spezielle Programme in beiden Rechtskreisen an, um eine dauerhafte Einmündung in Arbeit und Beruf zu erreichen.
Im Berichtsmonat waren 1.510 Langzeitarbeitslose gemeldet (107 weniger als im Vorjahr), rund 500 arbeitslose Menschen mit einer Behinderung (minus vier Prozent) sowie rund 1.720 ältere, erwerbslose Männer und Frauen (minus vier Prozent). Bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern waren 832 Menschen mit ausländischen Wurzeln arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr rund 360 Personen mehr. „Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt wird uns auch in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen“, berichtet der Agenturchef. „Sprachkenntnisse sind die Grundvoraussetzung, um eine Ausbildung oder Arbeit zu finden. Dabei spielen Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge weiterhin eine wichtige Rolle, um anschließend berufliche Kenntnisse zu vermitteln.“
Blick auf die Regionen
Die neuesten Daten zeigen die arbeitsmarktliche Entwicklung in der Stadt Weiden und in den Landkreisen. So hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen insbesondere in den Regionen Weiden und Eschenbach günstig entwickelt. Die Stadt Weiden lag mit einer Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent deutlich unter den Vorjahreswerten. 1.463 Männer und Frauen waren im Stadtgebiet auf der Suche nach Arbeit. 460 Personen waren bei der Arbeitsagentur gemeldet, das Jobcenter Weiden-Neustadt war für 1.003 Menschen erster Ansprechpartner bei der Arbeitssuche. Im Landkreis Neustadt/WN waren rund 1.660 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, die Quote lag bei 3,1 Prozent. Rund 1.450 arbeitslose Menschen leben im Landkreis Tirschenreuth. Mit 3,6 Prozent lag die Arbeitslosenquote minimal über dem Vorjahresniveau.
Den goldenen Oktober und seine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sieht Gerlinde Sollacher-Kraus, Leiterin der Agentur für Arbeit Tirschenreuth, ambivalent: „Um genau 158 Personen hat sich die Zahl der arbeitslosen Menschen in den letzten vier Wochen verringert. Insbesondere Jugendliche unter 25 Jahre konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, aber auch Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung profitierten vom Einstellungsschub nach der Urlaubszeit.“

