Zahlreiche Menschen im Landkreis Neustadt/WN, Tirschenreuth und in der Stadt Weiden arbeiten zum Niedriglohn. Ein Extra-Lohn-Schub soll ihnen helfen. Die Gewerkschaft NGG will mit Lohn-Forderung „10 plus X Prozent“ ins Krisen-Jahr 2023 starten.

Erschreckende Zahlen

Sie müssen sowieso schon jeden Cent zweimal umdrehen, aber explodierende Lebenshaltungskosten bringen sie jetzt endgültig ans Limit: Im Landkreis Neustadt/WN arbeiten rund 3.800 Menschen zum Niedriglohn, in der Stadt Weiden sind es ebenfalls rund 3.800 Beschäftigte. Im Landkreis Tirschenreuth sind es etwa 3.900 Menschen. Und das, obwohl sie einen Vollzeitjob haben.

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Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hin. Die NGG Oberpfalz beruft sich hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegen 17 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Neustadt/WN beim Einkommen unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von derzeit 2.344 Euro brutto im Monat. In Weiden sind es rund 23 Prozent, im Landkreis Tirschenreuth 21 Prozent, die unter der Lohnschwelle liegen.

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Forderung: Ein kräftiges Lohn-Plus

„In Restaurants, Hotels, Bäckereien und Metzgereien arbeiten besonders viele Menschen zu Mini-Löhnen. Die rasant steigenden Preise für Energie und Lebensmittel treffen sie mit voller Wucht“, sagt Rainer Reißfelder. Für den Geschäftsführer der NGG-Region Oberpfalz ist es deshalb jetzt nötig, „Lohn-Täler anzuheben“. Ziel sei es, möglichst viele Beschäftigte im Landkreis Neustadt/WN, im Landkreis Tirschenreuth und in Weiden von einem „kräftigen Lohn-Plus“ profitieren zu lassen.

„Wenn das neue Jahr eine ‚Lohn-Headline‘ hat, dann: ‚zehn Prozent plus X‘“, so Reißfelder. Die NGG habe sich deshalb für 2023 vorgenommen, eine kräftige und dauerhafte Erhöhung der Löhne durchzusetzen – bei Tarifverhandlungen für ganze Branchen genauso wie bei Haustarifverträgen mit einzelnen Betrieben. „Denn die Verbraucherpreise werden oben bleiben. Ziel ist es deshalb, die Einstiegslöhne auf mindestens dreizehn Euro pro Stunde anzuheben“, macht NGG-Geschäftsführer Rainer Reißfelder klar.

Es darf am Nötigsten nicht mangeln

Neben notwendigen, dauerhaft höheren Löhnen und Gehältern werde sich die NGG Oberpfalz zusätzlich auch für die kurzfristig wirksame Inflationsausgleichsprämie starkmachen. „Bis zu 3.000 Euro ohne Steuern und ohne Abgaben sind ein gutes und zusätzliches Instrument, das die Bundesregierung den Unternehmen an die Hand gegeben hat, um Beschäftigten über die ‚Klippen der Krise‘ zu helfen“, so Reißfelder.

„Vom Einkauf im Supermarkt bis zum Haarschnitt beim Friseur – überall wird es teurer. So teuer, dass sich gerade Geringverdiener viele Dinge des täglichen Bedarfs nicht mehr leisten können“, warnt Reißfelder. Eine Bäckereifachverkäuferin habe schon in normalen Zeiten Schwierigkeiten, mit ihrem Geld bis zum Monatsende klarzukommen. „Deshalb brauchen Geringverdiener gerade jetzt einen ‚Extra-Lohn-Schub‘. Denn der Job muss auch in der Krise dafür sorgen, dass es nicht am Nötigsten zum Leben hapert. Eine Vollzeitarbeit darf nicht zum Risikofaktor fürs Portemonnaie werden“, sagt Rainer Reißfelder.