Auszubildende müssen heute einiges leisten. Und so kommt es immer wieder vor, dass Schüler mit dem Stoff in der Berufs(fach)schule überfordert sind, unter Prüfungsangst leiden und sogar ihre Ausbildung abbrechen wollen. Eine abgebrochene Ausbildung hat nicht nur Folgen für die jeweiligen Schüler, sondern auch dem Betrieb gehen künftige Fachkräfte verloren.
Um was gehts? Helfende Hände greifen dir unter die Arme
Um Auszubildenden in der Pflege in Problemlagen entsprechende Unterstützung anzubieten wird im Ausbildungsverbund Pflege der Nordoberpfalz ein Projekt gestartet, das von Ludwig Knödl, dem Regionalkoordinator des Senior-Experten-Service, (VerA-SES-Projekt) betreut wird. Weitere Unterstützer sind die Gesundheitsregionplus Nordoberpfalz und das Beratungsteam Pflegeausbildung.
Es geht darum, hilfesuchenden Schülern während ihrer Ausbildung, eine Unterstützung zu organisieren. Gesucht werden dafür engagierte Bürger, die sich eine künftige Arbeit als Ausbildungsbegleiter vorstellen können. Ideal sind natürlich Personen, die im Bereich Aus- und Weiterbildung tätig waren oder sind und über Berufs- und Lebenserfahrung in der Pflege verfügen. Die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiter werden über das VerA-Projekt der SES für die Tätigkeit vorbereitet. VerA steht für Verhinderung von Ausbildungsabbruch.
Stark durch die Ausbildung
Bei Problemen in der Berufsausbildung können sich Schüler schon seit vielen Jahren an die Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) wenden, die durch die ehrenamtliche Arbeit des Senior-Experten-Service (SES) unterstützt wird. Der SES stellt hilfesuchenden Schülern Ausbildungsbegleiter zur Seite.
Gemeinsam arbeiten Begleiter und Schüler an einem Ziel: dem Abschlusszeugnis. Neuartig ist, dass künftig das SES-Angebot auch ganz speziell auf die Pflege ausgerichtet wird. Eigens nur dafür eingesetzte Begleiter sollen ausschließlich den Auszubildenden der Pflegefachschulen zur Verfügung stehen.
Die Arbeit der Ausbildungsbegleiter
Die Ausbildungsbegleiter treffen sich mit den Schülern und besprechen gemeinsam, welche Schwierigkeiten in der Ausbildung bestehen und was gemeinsam erreicht werden soll. Sie helfen bei Problemen mit der Fachtheorie, bei Prüfungsangst, mangelnden Sprachkenntnissen oder auch bei Sorgen im privaten Bereich. Die Arbeit der SES-Ausbildungsbegleiter ist individuell auf die „Schützlinge“ zugeschnitten.
In der Regel bilden ein Ausbildungsbegleiter und ein Schüler ein Team (Tandem). Der Umfang der Unterstützung (zum Beispiel zwei Stunden pro Woche) legen Schüler und Begleiter gemeinsam fest. Die Begleitung ist zunächst für bis zu einem Jahr vorgesehen. Im beiderseitigen Einverständnis kann die Begleitung aber auch darüber hinaus andauern. Wichtig ist eine offene Gesprächshaltung, aktives Zuhören und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Anforderungen an einen Ausbildungsbegleiter
Für die Arbeit als Ausbildungsbegleiter kommen insbesondere Menschen mit jahrzehntelanger Lebens- und Berufserfahrung in Frage (ab ca. 55 Jahren), damit sie den jungen Menschen während ihrer Ausbildung helfen und die daraus resultierenden Begleitumstände meistern können. Wichtig ist vor allem auch, dass sie Einfühlungsvermögen besitzen und sich den Problemen und Sorgen junger Menschen annehmen.
Für den gezielten Einsatz als Begleiter besitzen Interessierte idealerweise pädagogisches wie auch pflegerisches Fachwissen. In manchen Fällen kann es unter Umständen auch notwendig sein, die Betreuung der Kinder von Schülern zu übernehmen beziehungsweise diese zu organisieren.
Unterstützung für die Ausbildungsbegleiter
In „kniffligen“ Situationen sind die Ausbildungsbegleiter nicht auf sich alleine gestellt. Die SES-Koordinierungsstelle mit Knödl organisiert unter anderem regelmäßige Treffen zum gemeinsamen Austausch. Daneben steht den Begleitern zusätzlich Thomas Döbler vom Beratungsteam Pflegeausbildung, des Bundesamtes für Familie zivilgesellschaftliche Aufgaben unterstützend zur Seite.
Für die Dauer des ehrenamtlichen Engagements erhalten die Ausbildungsbegleiter eine kleine Aufwandsentschädigung durch den Senior-Experten-Service.
Der Weg zum SES-Ausbildungsbegleiter
Bürger, die sich vorstellen können als Ausbildungsbegleiter tätig zu werden, melden sich zunächst bei Ludwig Knödl und Thomas Döbler für ein weiterführendes Informationsgespräch. Über den Senior-Experten-Service erhalten Interessierte dann einen zweitägigen (kostenfreien) Workshop, der sie mit wichtigen Informationen und Tipps für die künftige Arbeit mit den Jugendlichen vorbereitet. Im Anschluss wird den Begleitern ein Auszubildender durch den SES zugewiesen mit dem sie ein Team bilden.
Unterstützung in vielen Bereichen
Ziele des Projekts für Azubi mit besonderen Herausforderungen sind
- erfolgreicher Abschluss der Ausbildung
- Stärkung der sozialen Kompetenz
- Bewältigung von Prüfungsstress
- Verbesserung der Selbstorganisation
- Förderung der Persönlichkeitsentwicklung
VerA hilft während der Ausbildung, bei
- Überforderung in der Berufsfachschule
- Prüfungsangst
- der Verbesserung der Deutschkenntnisse, dem Erlenen der Fachsprache
- der Bewältigung privater Herausforderungen
- Konflikten im Ausbildungsbetrieb
- fehlender Lernmotivation
- der Suche nach ergänzenden Unterstützungsangeboten

