Für die anstehenden Tarifverhandlungen forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) im Kreisverband Nordoberpfalz, Raul Vitzthum, zehn Prozent Inflationsausgleich für die Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energiekosten und zusätzliche Lehrerinnen- und Lehrerstellen.

Situation an den Schulen besorgniserregend

Der „verteilungsneutrale Spielraum“ sei voll auszureizen. Dieser setzt sich aus Sicht der Gewerkschaften aus Preisanstieg und Produktivitätszuwachs zusammen. Aber Geld alleine mache nicht glücklich, war die Rückmeldung der Betroffenen. Erschreckend fielen die Berichte aus dem neuen Schuljahr aus verschiedenen Schularten aus. An einer Schule in der Region seien nur Zweidrittel des Unterrichts mit hauptberuflichem Personal abgedeckt, der Rest müsse aus Reaktivierung von pensionierten Lehrkräften und Ausweitung der Betreuungsangebote kompensiert werden.

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Wahlunterricht oft kein Thema mehr

Aufgrund einer Anweisung aus dem Kultusministerium dürfe kein Wahlunterricht an Grundschulen mehr angeboten werden, zuerst müssten die Pflichtfächer abgedeckt werden. Es gebe keine Puffer bei den mobilen Reserven mehr. In einer anderen Bildungsanstalt werde das Kollegium gespalten, weil Honorarkräfte von außen aufgrund der „Marktlage“ Wahlmöglichkeiten bei der Stundenplangestaltung hätten, die fest angestellten Pädagoginnen müssten aber nehmen, was ihnen vorgesetzt werde.

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Work-Life-Balance sei ein Fremdwort für Kultusbürokratie, wenn man nur an die üblichen Versetzungen von jungen Lehrkräften in den Großraum München denke, so die Gewerkschaft weiter. Auf die Klage, warum kaum jemand mehr ein Lehramtsstudium aufnehmen wolle, waren die Erklärungen sehr eindeutig. Der Lehrerberuf sei nicht mehr attraktiv. Immer häufiger werde Burnout, insbesondere bei engagierten Frauen mit 40 Jahren, diagnostiziert.

Der Aufwand für Umfragen, Evaluationen und Statistiken werde immer größer und verringere die Zeiten für Unterricht und pädagogisches Wirken. Die Ausbildung der Kinder dürfe einem Staat nicht weniger wert sein als 100 Milliarden für die angebliche Nachrüstung der Bundeswehr, schließt die GEW.