Weiden. Als hätte man als Landwirt nicht genug zu tun. Hofnachfolger hängen nicht selten zwischen den Stühlen: Neue Ideen, die man den Eltern verkaufen muss, neue Konzepte, die man finden muss, um den Hof weiterzuentwickeln. Trotzdem setzen sich immer wieder junge Bauern und Bäuerinnen hin und büffeln für den „Meister“.
Von Gabi Eichl
29 junge Frauen und Männer aus der Oberpfalz haben ihre landwirtschaftliche Ausbildung heuer mit dem Meisterbrief gekrönt. „Damit haben Sie die beste Ausbildung in Produktionstechnik, Betriebsführung und auch in Persönlichkeitsbildung erfahren“, sagte Regierungspräsident Axel Bartelt bei der Verleihung in der Weidener Max-Reger-Halle.
Bestens vorbereitet
Zwei Jahre Lernen haben die jungen Hofnachfolger in ihre Fortbildung zur Meisterin und zum Meister in der Landwirtschaft investiert. Bartelt spricht von einer „verdienten Ernte“, als er zusammen mit dem Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses Landwirtschaft, Stefan Graf, vor etwa 140 geladenen Gästen, darunter Vertreter aus Politik, Staatsverwaltung, Landwirtschafts- und Beruflichen Schulen sowie Berufsverbänden, die Abschlusszeugnisse überreicht.
„Der Meistertitel genießt in unserer Gesellschaft eine große Wertschätzung – und das völlig zurecht“, sagt Bartelt. „Denn Ihre Qualifikation ist ein untrügliches Zeugnis dafür, dass Sie bestens vorbereitet sind auf die Führung Ihres landwirtschaftlichen Unternehmens.“
Eigener Betrieb auf dem Prüfstand
Inhalte der Fortbildung zum Landwirtschaftsmeister sind neben einer praktischen Meisterarbeit in Produktionstechnik die Prüfung des eigenen Betriebs auf Wirtschaftlichkeit, die Bewertung von betrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten und deren Umsetzung, aber auch pädagogische Fähigkeiten zur Ausbildung junger Menschen. Von der Zukunft und wie junge Landwirte sich diese vorstellen, handelte die Festrede des Leitenden Ministerialrats im Landwirtschaftsministerium, Anton Dippold.
Die besten sechs Absolventen erhielten von Ministerialrat Dr. Michael Karrer, Leiter des Bildungsreferats im Landwirtschaftsministerium, den Meisterpreis der Staatsregierung in Form einer Medaille. Die sechs Besten sind Manuel Meier, Lena Enders, Johannes Frank, Florian Graml, Andreas Lehner und Stefan Liegl.
Manuel Meier aus Teunz im Landkreis Schwandorf wiederum ist der Beste der Besten. Er beschrieb Höhen und Tiefen der zurückliegenden zwei Jahre auf dem Weg zum Meister seines Fachs.
Goldener Meisterbrief
Mit dem goldenen Meisterbrief der Arbeitsgemeinschaft der Meisterinnen und Meister im Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (AGM) wurde heuer Berthold Wegmann aus Pullenreuth im Landkreis Tirschenreuth ausgezeichnet. Voraussetzung für diese Ehrung ist, dass man mindestens 25 Jahre Landwirtschaftsmeister ist und selbst mindestens zehn Praktikanten oder Lehrlinge ausgebildet hat.
Im Rahmen der Meisterfeier verabschiedete der Regierungspräsident den langjährigen Vorsitzenden Hans Scharbauer, der fast 40 Jahre Meister mit ausgebildet und 16 Jahre den Prüfungsausschuss geleitet hat.
Fotos: Kathrin Kammermeier, Regierung der Oberpfalz

