Neustadt/WN. „Bildung ist der Nährboden für Erfindergeist und kreatives Denken. Jede Region ist gefordert, hier bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“ – unter diesem Statement schreitet Landrat Andreas Meier auf die Bühne bei der ersten regionalen Bildungskonferenz der Europäischen Metropolregion Nürnberg in Erlangen.
Dort heißt man ihn – thematisch passend – mit einer Schultüte willkommen. Der Landkreis Neustadt/WN gehört seit kurzem zu einem 28 Kommunen umfassenden Netzwerk in Nord-Bayern, das sich intensiv mit dem Thema Bildung vor Ort befasst. Im Fachforum „Frühkindliche Bildung“ war die Sicht des Landrats als kommunaler Akteur gefragt.
Er schildert die rasante Entwicklung gerade im Bereich der Kinderkrippe, die seit Beginn der 2000er Jahre eingesetzt hat und welche Herausforderungen damit einhergehen: „Der frühkindliche Bereich ist heute ein wesentlicher Standortfaktor, um Familien in der Region zu halten oder zurückzugewinnen“, unterstreicht der Landrat. Das Thema ist deshalb ein wichtiges Element in der Image-Kampagne des Landkreises.
Vorab hatte Judith Durand vom Deutschen Jugendinstitut bereits die These untermauert, dass die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen und die Qualität frühkindlicher Bildung von der „Kompetenz des Systems“ abhängen werden – nicht nur von Einzelpersonen oder -Institutionen. Die übergreifende Vernetzung von Einrichtungen, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen, aber auch um gemeinsam neue Ideen und Projekte zu entwickeln, wird entscheidend sein. Hier setzt das Bildungsteam des Landkreises Neustadt/WN an. Aktuell werden Gespräche mit Kitas im Landkreis geführt, Vernetzungsrunden geplant und erste gemeinsame Projektideen diskutiert.
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Lebenslanges Lernen
Weitreichende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zeigen, dass einmal erworbene Qualifikationen nicht mehr ausreichen, um die gesamte Erwerbsphase zu bewältigen und aktiv an der Gesellschaft zu partizipieren. Bildung wird zum Schlüsselthema der Region. Die erste Regionale Bildungskonferenz in der Metropolregion Nürnberg und Nordbayern bot über 100 Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Politik und Verwaltung die Gelegenheit, sich zusammen mit Bildungsexperten über Bildungsherausforderungen der Zukunft auszutauschen und auszuloten, wie diesen auf regionaler Ebene begegnet werden kann.
Dr. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, betont: „Die Kommunen in der Metropolregion Nürnberg stehen aktuell vor vielfältigen Herausforderungen insbesondere durch den bestehenden Fachkräftebedarf und die digitale Transformation. Diese Dynamiken erfordern einen weitreichenden Wandel in allen Bildungsbereichen des lebenslangen Lernens, dem sich auch die kommunale Verwaltung und die Bildungseinrichtungen stellen müssen. Mit den bestehenden Bildungsbüros liegen bereits gute lokale Lösungsansätze und vielfältige Erfahrungen vor.“
Viel erreicht
Seit 2014 wurden unter dem Motto „Mehrwert durch Kooperation“ rund 28 Bildungsbüros in Landkreisen und kreisfreien Städten eingerichtet. Finanzielle Unterstützung erhielten die Kommunen durch die bundesweite Transferinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Bisher sind 48 Bildungskonferenzen und 30 Bildungsberichte bzw. Faktenchecks zu bildungspolitisch relevanten Themen durchgeführt bzw. veröffentlicht worden.
Dieses neu entstandene Netzwerk für Bildung macht deutlich, dass weitere Investitionen in die regionale Bildungslandschaft einen Beitrag zur Steigerung der Standortattraktivität leisten und Teil der Regionalentwicklung werden können. 2019 sind vier neue Kommunen hinzugekommen, die vom bereits gewachsenen Netzwerk und dem Wissenstransfer profitieren. Neben den Landkreisen Kitzingen und Neustadt/WN sind dies auch die kreisfreien Städte Weiden und Würzburg. [/box]

