Weiden. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. hat heute mit dezentralen Aktionen am Europäischen Protesttag der Milchviehhalter teilgenommen, der in zahlreichen europäischen Ländern einheitlich am 12. November stattfand. In Weiden demonstrierten die Milchbauern vor dem Alten Rathaus.

Der Aktionstag in Deutschland stand unter dem Motto „Die Politik dreht sich im Kreis und blockiert alle Ansätze der Milchviehhalter, Verantwortung für den Milchmarkt zu übernehmen. Mit dieser Krisenpolitik wird das Geld der Milchviehhalter verbrannt“.

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Die verschiedensten Protestaktionen sollen eine unmissverständliches Signal an die Politik senden: „Das was bisher in dieser Milchkriese von politischer Seite unternommen wurde, ist völlig unzureichend und ungeeignet, um die Krise schnellstmöglich zu beenden.“

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Alle Europäischen Betriebe betroffen

Auch in Weiden gingen deshalb Milchproduzenten auf die Straße. Vor dem Alten Rathaus standen sie mit Traktoren, Milchkannen und Schildern, um auf die Krise aufmerksam zu machen. „Die Politik dreht sich im Kreis!“, war dort zum Beispiel zu lesen. Auf einer runden Plattform drehten sie die Politiker dann auch tatsächlich im Kreis, um die Situation zu verbildlichen.

Das ist schon die 3. Krise in 6 Jahren!

heißt es auf einem anderen Schild. Der Europäische Protesttag verdeutlicht die extreme Dimension dieser Krise, die alle europäischen Milchviehhalter trifft. Der BDM schreibt: „Auf breiter Ebene wird mittlerweile erkannt, dass die dringende Notwendigkeit besteht, das Milchangebot zu verringern, da nicht absehbar ist, dass sich die Nachfrage in absehbarer Zeit so deutlich steigern wird, wie dies nötig wäre, um die Krise zu überwinden.“

Geforderten Sofortmaßnahmen werden ignoriert

Die EU würde zu viel Zeit vergeuden und immer alle Ansätze der Milchviehhalter, in der Krise Verantwortung für ihre produzierte Milchmengen übernehmen zu wollen, massiv blockieren. Die Milchviehhalter sind verärgert, da man die von ihnen geforderten Sofortmaßnahmen nicht angehe. Diese könnten eine schnelle Marktentlastung bringen, aber stattdessen beschränke sich die Politik darauf mit Liquiditätshilfen weitere Kredite zu ermöglichen.

„Wer so auf Zeit spielt und auf die vermeintlichen Selbstreinigungskräfte des Marktes setzt, nimmt die Existenzgefährdung von Milchbetrieben nicht nur billigend in Kauf, sondern baut mit voller Absicht darauf, dass der Markt sich dadurch erholt, dass Betriebe aus der Produktion ausscheiden“, kritisiert EMB-Präsident und BDM-Vorsitzender Romuald Schaber. „Wer so eine Politik verfolgt, vertritt nicht die Interessen der Landwirtschaft, sondern ausschließlich der Industrie. Für das Landwirtschaftsressort sind solche Personen eine komplette Fehlbesetzung.“