Neustadt/WN. Immer mehr Urlauber zieht es nach Bayern. Das hat auch einige Vorteile, denn so steigt die Zahl der Übernachtungsgäste in den Herbergen und somit auch der Umsatz der Betreiber. Der Nachteil ist aber, dass die Gastro-Arbeiter einer immer höher werdenden Arbeitsbelastung ausgesetzt werden. Die Gewerkschaft NGG lehnt die Forderung nach längeren Arbeitszeiten aber strikt ab.

Der heimische Tourismus steigt weiter an: Der Kreis Neustadt an der Waldnaab bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Auf rund 251.000 Gäste-Übernachtungen kam der Landkreis im vergangenen Jahr. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten weiß. Die ganze Tourismus-Region Oberpfälzer Wald verzeichnete danach rund 968.000 Übernachtungen.

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Angesichts der schon jetzt großen Belastungen seien Forderungen nach immer längeren Arbeitszeiten daher „vollkommen fehl am Platz“, wie NGG-Geschäftsführer Rainer Reißfelder betont. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) forderte erneut, dass die tägliche Höchstarbeitszeit durch ein maximales Wochen-Pensum ersetzt werden soll. Die NGG Oberpfalz spricht hierbei aber von einem „Irrweg“:

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Jeder, der im Gastgewerbe arbeitet, weiß, dass Überstunden gerade in der Hochsaison dazugehören.

„Das Arbeitszeitgesetz sorgt aber dafür, dass das für den Einzelnen erträglich bleibt“, sagt Reißfelder. Das Gesetz schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In klar geregelten Ausnahmefällen kann sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

Längere Schichten sind möglich

Nach den Vorschlägen der Arbeitgeber wären extrem lange Schichten möglich, befürchtet die Gewerkschaft. „Ein 14-Stunden-Einsatz an der Rezeption oder im Ausschank haut aber jedem die Füße weg“, so Reißfelder. Ob die Betriebe wirklich solche Arbeitszeiten brauchen ist fraglich. „Die Umsätze im bayerischen Gastgewerbe steigen seit Jahren kräftig an. Statt den Arbeitsdruck weiter zu erhöhen, ist es Zeit, mehr Menschen einzustellen und die Leistung der Beschäftigten stärker anzuerkennen“, so der Gewerkschafter. Allein im vergangenen Jahr ist der Umsatz in bayerischen Beherbergungsbetrieben nach der Statistik um 4,7 Prozent angestiegen, die Zahl der Beschäftigten in der Branche ist aber lediglich um 1,5 Prozent gewachsen.