Neustadt/WN. Der „Azubi-Endspurt“ läuft: Noch sind 234 Ausbildungsplätze im Landkreis Neustadt/WN unbesetzt. Umgekehrt registriert die Arbeitsagentur 61 junge Menschen, die noch einen Ausbildungsbetrieb suchen, um in ihren Wunsch-Job starten zu können. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit.

Die Nachwuchssuche gehe quer durch die Berufswelt. Einige Branchen müssten sich beim „Kampf um gute Köpfe“ allerdings etwas mehr anstrengen: Dazu gehöre das Bäckerhandwerk. Ebenso die Hotel und Gastronomie-Branche. Rund um Backofen und Verkaufstresen in Bäckereien gebe es im Kreis Neustadt/WN noch 33 offene Ausbildungsplätze. Und auch die Gastro-Branche suche noch acht Nachwuchskräfte.

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Die NGG Oberpfalz verwundert das nicht:

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Jugendliche wissen, dass sie hier keine Standardarbeitszeit, keinen ‘Nine-to-Five-Job‘ bekommen. Die Brötchen werden nun mal früh gebacken. Und in der Gastronomie wird es abends spät.

Deshalb kommt es darauf an, Jugendliche durch deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen vom Bäckerhandwerk und von der Gastronomie zu überzeugen“, sagt NGG-Geschäftsführer Rainer Reißfelder. Beide Branchen müssten der hohen Azubi-Abbrecherquote „schleunigst etwas entgegensetzen“.

Die Gewerkschaft lasse hier nicht locker und trete mit Nachdruck für ein besseres Image der Branchen ein, das insbesondere durch höhere Löhne und attraktivere Regelungen bei der Arbeitszeit erreicht werden müsse. „Aber auch durch eine gute und qualifizierte Ausbildung – mit Ausbildern, die ihren Job ernst nehmen und den Azubis ständig zur Verfügung stehen“, so Rainer Reißfelder.

Enorm wichtig sei zudem ein gutes Betriebsklima – und eine „klare Linie“ gegen ausbildungsfremde Arbeiten. Vom Putzen über stupide Hilfsarbeiten bis zu Botengängen,

kritisiert NGG-Geschäftsführer Rainer Reißfelder. Die Arbeitgeber müssten im eigenen Interesse dafür sorgen, dass „schwarze Schafe“ in den eigenen Reihen nicht den Ruf einer ganzen Branche schädigen.

„Mittlerweile weiß jeder, dass in Küchen ein rauer Ton herrscht und überlange Arbeitszeiten schon fast an der Tagesordnung sind. Die Gastronomie sollte sich fragen, wie lange sie dieses Manko noch als Negativ-Markenzeichen mitschleppen will? Guter Nachwuchs fällt nämlich nicht vom Himmel. Den muss man suchen und dem muss man dann auch etwas bieten“, so Reißfelder.

Eine Ausbildung in der Lebensmittelindustrie ist übrigens eine „interessante Job-Nische“, so die NGG Oberpfalz. „Vom Käse bis zur Marmelade, vom Keks und der Schokolade bis zum Gemüse und Fleisch – das Spektrum der Ernährungsindustrie ist breit. Ebenso das Jobangebot. Jugendliche, die ihren Traumjob noch nicht gefunden haben, sollten sich hier mal schlau machen, sagt Reißfelder.

Das neue Ausbildungsjahr hat gerade erst begonnen. Noch ist es nicht zu spät, einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben …,

sagt NGG-Geschäftsführer Rainer Reißfelder.