Jahn-Coach Mersad Selimbegovic muss im Vergleich zum letzten Spiel personell tauschen. Für die beiden gesperrten Carlo Boukhalfa und Erik Wekesser rücken Kapitän Benedikt Gimber (nach Gelbsperre) und Leon Guwara in die Startelf.

Dazu kommt eine überraschende Umstellung: Sarpreet Singh ist nicht im Kader, seine Position übernimmt Charalambos Makridis, der schon in Hannover neben Andreas Albers stürmte. Die vakante Sturmposition wird von Joël Zwarts eingenommen. Der SSV also erneut mit Doppelspitze auf dem Platz.

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Schlammschlacht nach Dauerregen

Auf durchweichtem Geläuf mühen sich der SSV Jahn und der FCI im Jahnstadion um die Vorherrschaft am glitschigen Ball. In der Domstadt hat es den ganzen Nachmittag durchgeregnet. Zwar hört der Regen kurz nach Anpfiff auf, der ein oder andere Akteur hadert an diesem Abend aber mit den äußeren Gegebenheiten.

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Besonders ärgerlich für den Journalisten im Stadion: Mit Anpfiff hört der Regen auf, pünktlich zur Abreise setzt er wieder ein. Erfreulich aber, dass beide Fanlager mit lautstarker Unterstützung das Jahnstadion mit Stimmung füllen. Nach so langer Zeit der Stille, ist man beinahe versucht, selbst den Ingolstädter Support wertzuschätzen. Aber noch besser ist: Die Jahn-Fans sind lauter!

SSV Jahn besser, aber ohne Ertrag

Der Jahn startet als deutlich besseres Team in die Partie. Ingolstadt zieht sich komplett in die eigene Hälfte zurück und attackiert erst auf Höhe der Mittellinie. Ballbesitz, der den Regensburgern zunächst gut zu Gesicht steht. Schon in der zweiten Minute prüft Joël Zwarts Gäste-Keeper Robert Jendrusch aus der Distanz. Der hat aufgrund des nassen Rasens leichte Probleme, kann den Ball im Nachfassen aber festmachen.

Der Torwart der Schanzer steht auch kurz darauf nochmal im Blickfeld. Jan-Niklas Beste profitiert von einem misslungenen Ausflug an die rechte Grundlinie (5.). Die Hereingabe vor das verwaiste Tor findet jedoch keinen Jahn-Stürmer. In der 8. Minute bekommt Beste freistehend vor Jendrusch einen hohen Ball von Jan Elvedi nicht unter Kontrolle. Dennoch: Ein wohltuend stürmischer Jahn macht Mut!

Hohe Distanzschuss-Frequenz

Auf die erste nennenswerte Ballbesitzphase der Gäste folgt eine Ecke. Diese kann die Jahn-Abwehr nur unzureichend klären. Christian Gebauer kommt etwas versetzt links aus 20 Metern zum Abschluss. Ein Defensiv-Kopf hat aber was dagegen. Wichtig, der hätte wohl gepasst.

Auf der anderen Seite probiert es die Jahn-Elf immer wieder mit Abschlüssen aus der Distanz. Das nasse Geläuf scheint ausführlich in der Kabine behandelt worden zu sein. Bis jetzt noch ohne Erfolg. Und plötzlich eröffnet sich Gebauer beinahe die Chance zur Gästeführung. Nachdem sich Leon Guwara und Jan Elvedi gegenseitig auf den Füßen stehen, kann letzterer gerade noch vor dem Gäste-Stürmer zur Ecke klären.

Verunglückte Flanke ins Netz

Nach gut einer halben Stunde ist das Kräfteverhältnis ziemlich ausgeglichen – mit nach wie vor leichten Vorteilen für die Gastgeber. Mit dem Ballbesitz von gut 60 Prozent fällt den Regensburgern aber nicht allzu viel Kreatives nach vorne ein. Wenn dann doch mal der Ball in die Spitze kommt, rutscht das nasse Rund von Albers Schuh – da wäre mehr drin gewesen (32.). Im Gegenzug probiert es jetzt auch der FCI mit einem Distanzschuss. Alexander Meyer muss nachfassen.

Aus dem Buchstäblichen Nichts der Führungstreffer für die Gäste. Eine verunglückte Flanke von Christian Gebauer von rechts fälscht Leon Guwara unglücklich über Meyer hinweg ins lange Eck ab, 0:1 (36.). Die Bogenlampe ist allerdings lang genug unterwegs, ganz chancenlos ist da der sonst so überragende Keeper nicht.

Die Jahn-Elf sucht eine schnelle Antwort. Nach Einwurf von SallerPing-Pong im Ingolstädter Strafraum, der Ball fällt Beste vor die Füße, der wegrutscht und das Ziel verfehlt. Zweimal muss Robert Jendrusch noch seine Qualitäten unter Beweis stellen. Erst scheitert Saller mit einem markigen Distanzschuss (40.), dann vergibt Makridis aus 10 Metern (42.). Die schmeichelhafte Gäste-Führung hält bis zur Pause.

Erste Jahn-Ecke bringt den Ausgleich

Ingolstadt kommt etwas verbessert aus den Katakomben. Florian Pick stolpert nach einer Flanke durch die unsortierte Jahn-Abwehr und sich selbst um die Chance – Meyer ist auf der Hut (48.). In der Folge wird das Spiel zunehmend hitziger und chancenärmer. Nach einer knappen Stunde die erste Ecke für die Hausherren. War da nicht was mit Standards?

Bestes Hereingabe springt von Albers Kopf über Umwege an Max Besuschkows Hand – der stochert vergeblich nach der Kugel, den Abpraller drapiert dann aber Albers energisch zum verdienten Ausgleich über die Linie (56.). Besuschkows mutmaßliches Handspiel wird überprüft und für zu leicht befunden, der Treffer zählt. Das Team von Mersad Selimbegovic ist nun deutlich tonangebend. Einen direkten Freistoß von Beste kratzt Jendrusch aus dem rechten Kreuzeck (61.).

Chancenreiche letzte Minuten

Dann bremst die Hektik im Spiel nach vorne die Regensburger wieder aus. Bis zur 85. Minute ist vor dem Tor meist leere Hose. Das Spiel, wenn man es loben möchte, lebt von seiner Intensität und hitzig geführten Zweikämpfen im Mittelfeld. Kommt der FCI doch mal in Richtung von Meyers Tor, verteidigen dessen Vorderleute kompromisslos. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kommt der FCI seit gefühlter Ewigkeit in den Jahn-Sechzehner – ohne Befund.

In den fünf Minuten Nachspielzeit kommt noch einmal Spannung auf. Erst setzt Nicklas Shipnoski einen Ball ans rechte Außennetz (90.), dann findet eine Hereingabe von Beste keinen Abnehmer, die FCI-Defensive klärt zur Ecke (90.+3). Bestes Flanke zimmert Benedikt Gimbers Quadratschädel an die Querlatte. Auch der FCI sucht etwas halbherzig den Lucky Punch: Ein Steckpass findet Filip Bilbija, der gerade noch so von Steve Breitkreuz abgelaufen wird, eine letzte, folgenlose Ecke (90.+4) – Ende. 

Schmeichelhafter Punktgewinn für die Gäste

Die Gäste aus Ingolstadt können sich bei Keeper Robert Jendrusch bedanken, der die 1,7-Torwahrscheinlichkeit der Regensburger (Ingolstadt 0,4) zunichtemachte. Ein wenig schämen darf sich der SSV Jahn dann aber auch, dass er aus seinem klaren Ballbesitz-Plus insgesamt zu wenige, ganz klare Chancen gegen einen ausgesprochen harmlosen Gegner produzierte.

in weiterer Wermutstropfen: Die überflüssigen (fünften) Gelben Karten gegen Steve Breitkreuz und Jan-Niklas Beste dezimieren die Oberpfälzer beim neuen Angstgegner Hansa Rostock. Nach zwei verlorenen Heimspielen (Hinspiel und Pokal) ist es bei der Kogge eine Frage der Ehre, dem Ostsee-Team in 9 Tagen den Aufwärtstrend (mit aktuellem Ausrutscher in Düsseldorf) zu versalzen.