Weiden. Es war der erwartete Showdown auf der Weidener Freieisfläche: Die Piranhas des TSV Pleystein empfingen am Samstag als Tabellenzweiter den aktuellen Tabellenführer und Ex-Bundesligisten IHC Atting zum entscheidenden Duell um die Meisterschaft in der Skaterhockey-Regionalliga Süd-Ost. Da das Hinspiel in Straubing 6:10 verloren ging, musste unbedingt ein Sieg her, um die Chancen auf den Liga-Titel zu wahren.
Von Oliver Fröhlich
Von Beginn an entwickelte sich auf der mit 150 Zuschauern (darunter gut 40 Attinger Fans) sehr gut gefüllten Freieisfläche eine rassige Partie zweier Teams auf Augenhöhe. Aggressives Forechecking des Gegners machte den Piranhas jedoch zu Beginn zunächst zu schaffen und so dauerte es nicht lange, bis die Gäste durch Rothhammer, der sechs der acht Gästetore erzielte, mit 1:0 in Führung gingen (2.).
Die Piranhas stellten sich aber in der Folgezeit auf den Gegner ein und egalisierten den Rückstand prompt im ersten Powerplay, als Bienek einen der wenigen Abpraller abstaube (8.). Die Partie wurde in den Folgeminuten hitziger und man ließ sich zu Revanchefouls hinreißen, die prompt geahndet wurden. Die Gäste ihrerseits nutzten diese Chance eiskalt im Powerplay (Rothhammer, 12.). Mit diesem 1:2-Rückstand ging es in die Drittelpause.
Pleysteiner lassen viele Chancen aus
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts saßen noch zwei Piranhas auf der Strafbank, was IHC-Kapitän Hillmeier zum 1:3 nutzte (21.). Die Pleysteiner gaben sich aber nicht auf und konzentrierten sich darauf, dem Gegner ihr Spiel aufzuzwingen. Es ergaben sich einige gute Einschussmöglichkeiten der starken Pleysteiner Offensive, aber entweder verhinderte das Torgestänge oder der überragende Filimonov im Attinger Tor den Treffer. Anders die Gäste: Erneut Rothhammer brachte seine „Wölfe“ im Alleingang mit 4:1 in Front. Der fortdauernde Ansturm auf das Attinger Tor wurde noch durch Bienek (26.) belohnt, doch Rothhammer stellte mit seinem Treffer zum 5:2 den erneuten Drei-Tore-Rückstand wieder her (38.).
Höhepunkt und Knackpunkt der Partie war eine mehr als einminütige doppelte Überzahl der Piranhas im zweiten Drittel, als zwei „Wölfe“ kurz nacheinander auf die Strafbank wanderten. Angriff um Angriff rollte in dieser Phase auf das Attinger Tor, doch der erwartete Turm in der Schlacht hieß ein ums andere Mal Daniel Filimonov. Mit überragenden Saves und sicheren Paraden ließ er keine Abpraller zu und brachte die Pleysteiner Angreifer schier zur Verzweiflung.
Widerstand nach Überzahltor gebrochen
Als im dritten Drittel dann Zellner eine Matchstrafe wegen Ellbogenchecks kassierte und ein weiterer Piranha auf der Strafbank saß, war es erneut Hillmeier, der sein Team nun endgültig auf die Siegerstraße führte (41.). Der Widerstand der Piranhas war nun gebrochen und Pleystein musste erkennen, dass gegen Filimonov an diesem Tag nichts auszurichten war. Zwar konnte der unermüdliche Waldowsky mit seinen beiden Treffern (41./58. Min) jeweils noch verkürzen, doch Rothhammer schraubte das Ergebnis auf 4:8 (49./57. Min).
Die letzten Minuten gingen im Jubel der mitgereisten Attinger Fans unter, die frenetisch den Sieg und die Meisterschaft ihrer Mannschaft feierten. Insgesamt ging die Niederlage der Piranhas in Ordnung, spielerisch und kämpferisch hat man sich jedoch nichts vorzuwerfen. In einer Woche gastieren die Nürnberg Knights auf der Weidener Freieisfläche, ehe im August eine „Sommerpause“ ansteht. Im September beenden die Piranhas als Aufsteiger aus der Landesliga dann mit ihrem Auswärtsspiel in Marktoberdorf eine dennoch äußerst erfolgreiche Regionalliga-Saison 2017.

