Weiden. Mit einem 36:30-Auswärtserfolg stürzen die Herren des HC Weiden den HV Oberviechtach von der Tabellenspitze.

Dabei durfte man vor einer stattlichen Kulisse in der Gymnasium-Halle vor allem eine kämpferisch starke Leistung erleben. „Heute kann man die technischen Fehler gerne vergessen. Die Einstellung zum Spiel, das Engagement waren überragend. So ein Spiel, gegen wirklich starke Oberviechtacher, kann man auch schnell mal verlieren“, sagte HC-Coach Jannis Prelle nach dem Kraftakt.

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Dabei begannen die Gäste druckvoll und zielstrebig. Aus einer aggressiven 3:2:1-Abwehr überlief vor allem die gut eingespielte linke Angriffsseite mit Hafner, Flierl und Konrad ein ums andere mal die Heimdefensive. Sie hebelten die eigentlich stabile 6:0-Deckung der Fichtenstädter immer wieder im Kleingruppenspiel aus. Dementsprechend ging der HC Weiden mit verdienten 17:11 Führung in die Halbzeitpause.

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Weidener behalten kühlen Kopf

Obwohl Trainer Prelle vor den jungen, lauf- und zweikampfstarken HVlern warnte, bahnte sich schon in den ersten Minuten der zweiten Hälfte ein spannendes Spiel an. Die Heimmannschaft agierte aggressiver, während sich die ausgelaugten Gäste in eine 6:0-Abwehr zurückzogen. „Wir sind in der ersten Halbzeit, vor allem defensiv, extrem viel gelaufen. Auf der Anzeigetafel hat man das genauso gemerkt wie an unserer Kondition. Wir waren platt“, begründete Prelle die Umstellung auf eine defensivere Abwehrformation. Dem Rückraum des HV kam das entgegen und so holte die Heimmannschaft Tor um Tor auf. Doch gerade in dieser Phase bewiesen die Weidener einen kühlen Kopf und ließen sich auch nicht durch das zwischenzeitliche 21:23 (42. Minute) aus der Ruhe bringen.

„Wir hatten eine Phase, in der wir zwar viele Bälle, aber nicht den Kopf verloren haben“, meinte Führungsspieler Richard Konrad nach dem Spiel, „Hier ist es uns als Mannschaft gelungen, immer wieder Tore zu erzielen, obwohl insgesamt ein wenig der Wurm drin war.“

Clever und gleich stark

Dementsprechend ließ man den HV auch nicht mehr als bis auf drei Tore aufschließen. Die dadurch in Zugzwang gebrachten Hausherren versuchten ihr Glück bereits zehn Minuten vor Spielende dann in einer offensiven Manndeckung. Die dadurch entstandenen Räume konnten die flinken Rückraumspieler des HC ideal nutzen und enteilten so Tor um Tor, sodass am Ende wieder ein großzügiger Vorsprung auf der Anzeigetafel stand.

Das torreiche Endergebnis schützte Co-Trainer Florian Breinbauer dagegen sehr nüchtern ein: „Das war ein extrem temporeiches Spiel. Wir waren trotz der vielen Tore weder schlecht in der Defensive, noch besonders gut im Angriff. Beide Mannschaften schlossen einfach sehr, sehr schnell ab. Am Ende waren wir das clevere von zwei gleichstarken Teams.“

Kampfbetonte Mannschaftsleitung

Das sehr kampfbetonte Spiel – insgesamt wurden durch die souveränen Schiedsrichter Hammer und Schimik 17 Zeitstrafen und drei Rote Karten verteilt – sei dann eben auch durch die körperliche Präsenz der Gäste entschieden worden, so Leitwolf Stefano Flierl: „Wir haben heute gegen eine sehr gute Truppe dagegen gehalten und haben keinen Zentimeter verschenkt. Die vielen Unterzahlen haben wir dann im Angriff durch entschlossene Zweikämpfe wieder aufgewogen.“

Insgesamt lobte HC-Übungsleiter Prelle die ausgeglichene Mannschaftsleistung: „Wir waren, wieder, auf allen Positionen torgefährlich und zeigten einen sehr homogenen, flexiblen Angriff. Thomas Hafner hat die Jungs als Spielmacher toll geführt, Stefano Flierl Tempo eingebracht und Jonas Baunoch war ein Bollwerk in der Abwehr. Dennoch muss man unsere Neuzugänge hervorheben, die uns nochmal zusätzlichen Auftrieb verliehen haben. Christoph Harrieder hat durch seine Wurfgewalt immer wieder zwei Abwehrspieler binden können, während Niklas Deml in den letzten zehn Minuten vier Tore quasi im Alleingang erzielte.“

Für den HC Weiden spielten: Dirnberger, Hahn – Deml (6), Konrad (6), Hafner (6/2), Baunoch (4), Flierl (4), Harrieder (4), Schnabl (2), Bölle (1), Kick (1), Löw (1), Zahn (1), Merkel

In Bestbesetzung nach Cham

Samstag (Anwurf 15.45 Uhr) spielen die HC Herren gegen das Schlusslicht ASV Cham II. Die Gastgeber stehen nach drei Spieltagen noch ohne Punkt am letzten Tabellenplatz, der HC Weiden belegt dagegen mit 4:2 Punkten einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Dementsprechend sieht HC-Trainer seine Mannschaft in der Favoritenrolle. Auf die leichte Schulter nehmen will man die Landesliga-Reserve aus Cham dennoch nicht.

„Das ist eine typische Zweite mit vielen erfahrenen, aber eben auch ganz jungen Spielern. Diese Mischung macht immer einen unangenehmen Gegner. Aber wenn wir so auftreten, wie in den letzten Spielen, sollten wir die zwei Punkte mitnehmen können“, so der Weidener Übungsleiter.

Obwohl man nominell auf den gesamten Kader zurückgreifen kann, steht noch vor einigen Einsätzen ein Fragezeichen. „Wir fahren in Bestbesetzung nach Cham. Allerdings hat uns das Auswärtsspiel viel Kraft gekostet und wir sind – neben den zwei Punkten – auch mit vielen Blessuren heimgekommen. Trotzdem denke ich, dass wir mittlerweile so breit aufgestellt sind, dass wir das auffangen können“, resümiert Co-Trainer Florian Breinbauer.