Weiden. Endlich erwies sich der „Bayreuther Tigerkäfig“ nicht mehr als uneinnehmbare Festung für die Oberpfälzer. Durch einen 4:2-Erfolg entführten die Weidener erstmals seit dem Aufstieg in die Oberliga 2012 die drei Zähler aus der Wagnerstadt. Nach 15 Punkten aus den letzten sieben Spielen wird die Form des 1.EVW immer stärker, nach vier Niederlage aus den letzten fünf Spielen ist beim EHC das Gegenteil der Fall.
14 Derbypleiten in Folge, ein 0:8 und ein 2:9 in der Vorsaison in Bayreuth – die Duelle in Bayreuth entwickelten sich bis zum 22. November dieses Jahres für die Blue Devils-Fans zumeist zu Trauerspielen. Doch seit eben diesem 22. November sind die Lokalduelle wahre Festspiele, das 4:2, was endlich auch auswärts gelang, war für die Berwanger-Truppe bereits der dritte Derby-„Streich“. Den ersten Sieg seit dem Oberliga-Aufstieg 2012 schossen Stefan Ortolf (2x), Marcel Waldowsky und Michael Kirchberger heraus. Die Form der Oberfranken, die eine schwache Leistung zeigten, geht klar nach unten. Diese Tatsache machte viele Tigers-Fans ungeduldig, die dies durch zahlreiche Pfiffe und unschöne Becherwürfe zu Spielende kundtaten.
Blitzstart für den 1.EV Weiden
Es waren keine sechs Minuten gespielt und der Bayreuther Coach Sergej Waßmiller sah sich gezwungen bereits eine Auszeit zu nehmen. In den fünf Spielminuten vorher waren die Blue Devils hellwach und sie verpassten durch eine druckvolle Anfangsphase dem EHC Bayreuth eine kalte Dusche in Form von zwei Treffern. Für den ersten Jubel unter den mitgereisten Weidener Fans sorgte Michael Kirchberger. Für den zweiten war dann EHC-Spieler Dennis Thielsch zuständig, als er die Scheibe über die eigene Linie bugsierte. Die Auszeit von Waßmiller verfehlte ihre Wirkung und die Oberpfälzer bestimmten weiter das Geschehen auf dem Eis. Das es nur zu einem weiteren Treffer durch Stefan Ortolf reichte, war vor allem Bayreuths Förderlizenz-Torhüter Marco Eisenhut zu verdanken.
Später Anschluss im Mitteldrittel – Entscheidung in der 48. Minute
Im Mitteldrittel fing sich das Heimteam dann etwas und kam besser in die Partie. Dennoch dauerte es bis kurz vor dem Ende des zweiten Abschnitts, ehe EHC-Kapitän Jozef Potac mit einem Schuss von der „Blauen“ verkürzte. Im Abschlussdrittel gab es zwischen der 47. Und 48. Spielminute noch zwei entscheidende Szenen. Zunächst beschäftigten sich viele Fans der Blue Devils kurzzeitig mit einer möglichen Wende zum Negativen, als die Scheibe hinter Fabian Hönkhaus in den Maschen lag. Doch das vermeintliche 2:3 wurde nicht anerkannt und quasi im Gegenzug verwertete Marcel Waldowsky gekonnt ein Break zum 4:1. Dieser Treffer trieb die Siegeszweifel aus. Die Wagnerstädter erzielten in Form von Geigenmüller zwar nochmal das 2:4, doch der Erfolg geriet nicht mehr in Gefahr.
Am Sonntag nächstes Derby in eigener Halle
Am Sonntag geht es für die Derbysieger bereits mit dem nächsten Lokalduell weiter. Ob es dann wieder einen Festtag gibt für den EVW bleibt abzuwarten, denn dann reist Klassenprimus EV Regensburg in die Max-Reger-Stadt. Der Club aus der Bezirkshauptstadt kennt beinahe nur das Hochgefühl des Sieges bei erst fünf Verlustpunkten. Gestern wurde Selb mit 8:1 aus eigener Halle geschossen. Aber Grund zur Hoffnung besteht, einen dieser Verlustpunkte büßten die Donaustädter in der Hans-Schröpf-Arena ein.
Statistik: EHC Bayreuth – Blue Devils Weiden 2:4 (0:3/1:0/1:1)
Tore: 0:1 (2.) Michael Kirchberger (Veit Holzmann), 0:2 (6.) Stefan Ortolf (Marcel Waldowsky, Marius Nägele), 0:3 (12./5-3) Stefan Ortolf (Ales Jirik, Ralf Herbst), 1:3 (40./5-4) Jozef Potac (Andreas Geigenmüller, Ivan Kolozvary), 1:4 (48.) Marcel Waldowsky, 2:4 (53.) Andreas Geigenmüller (Ivan Kolozvary, Jozef Potac) – Strafminuten: Weiden 8 – Bayreuth 34 – Überzahlvergleich: Weiden 1/7 – Bayreuth 1/4 – Zuschauer: 2.060 – HSR: Gerhard Maier
BU-Feiern: Die Mannschaft des 1.EV Weiden hatte nach dem 4:2 in Bayreuth vor dem Gästeblock allen Grund zum Feiern
BU-Durchblick: Von Beginn an hatten die Devils in der Wagnerstadt den Durchblick: Nach dem ersten Drittel stand es bereits 3:0 für Weiden.

