Ammerthal. Die DJK Ammerthal ist die neue Nummer eins in der Oberpfalz – zumindest in der Fußball-Bayernliga. Denn nur eine Woche nach dem 3:1 Erfolg beim FC Amberg gewann die Mannschaft von Trainer Jürgen Press, der seit seinem Amtsantritt damit immer noch ungeschlagen ist, das zweite Derby in Folge.
Von Stephan Landgraf
Am Sonntagnachmittag setzte sich die DJK zuhause vor über 500 Zuschauern gegen die SpVgg SV Weiden sicher mit 3:0 (1:0) durch und stürzte die Gäste noch weiter in den Abstiegsstrudel hinein. Bei der Wasserwerk-Elf, die während der Woche Franz Koller als neuen Coach vorgestellt hatte, zeigte dieser Wechsel nicht den erhofften Effekt. In einem überaus packenden und kampfbetonten Spiel auf tiefem Untergrund gewann die DJK Ammerthal am Ende hochverdient. Somit bleibt die Mannschaft der DJK unter ihrem neuen Trainer Jürgen Press auch im sechsten Spiel in Folge unter seiner Regie ungeschlagen und kletterte damit bei mittlerweile 28 Punkten auf Platz acht.
Franz Koller, neuer Trainer der SpVgg Weiden, sprach bei seinem ersten Spiel an der Seitenlinie der Weidener von einem verdienten Erfolg für die DJK: „Man hat hier deutlich gesehen, wer mit Selbstvertrauen auf dem Platz steht und wer nicht. Ammerthal trat mit breiter Brust an, meine Mannschaft hat nach der langen Durststrecke doch Probleme im Spielaufbau, der Einsatz allerdings stimmte. Aber gerade im letzten Drittel des Spielfeldes fehlten uns die kreativen Ideen, Ammerthal vor ernsthafte Probleme zu stellen.
Wir lassen uns dennoch nicht unterkriegen, ich bin von meiner Mannschaft überzeugt, dass wir da unten wieder raus kommen.“
Gute Chancen ohne Erfolg
Vom Anstoß weg kontrollierte Ammerthal das Spiel mit einem guten Passspiel. Sie versuchten Linie in die Partie zu bringen und ließen den Ball teilweise geschickt durch die eigenen Reihen laufen, ohne allerdings dabei richtig gefährlich zu werden. Die defensiv eingestellte Elf von Trainer Koller lauerte auf Konter. Die DJK tat sich auch schwer gegen diesen kompakt stehenden Gegner, die entscheidende Lücke zu finden.
Es tat sich bis zur 15 Minute relativ wenig vor beiden Toren. Trotz der optischen Überlegenheit der Ammerthaler hatten die Schwarz-Blauen durch Benjamin Werner, die bis dahin beste Chance, doch Mario Zitzmann klärte das in der 21. Minute auf der Linie. In der 25. Minute gab Schiedsrichter Sven Bode den Treffer von Maxi Zischler nicht frei. Eine Torwart-Behinderung soll dafür ausschlaggebend gewesen sein.
Mit deutlich mehr Spielanteilen versuchte Ammerthal weiterhin mit einem durchdachtem Aufbauspiel den Gegner davon abzuhalten Tore zu schießen. Um aber für ernsthafte Gefahr zu sorgen, fehlte der Mannschaft mehrmals der letzte Pass. Schrecksekunde für Ammerthal in der 35. Minute nach einem Fehler des ansonsten stark aufspielenden Patrick Stauber, doch der Torwart Marcel Schumacher konnte ihn gerade noch ausbügeln. Dominik Haller spielte geschickt zu DJK-Torjäger Michael Jonczy, der auf dem Weg zum Tor nicht mehr zu stoppen war. Das bedeutete in der 43. Minute die bis dahin doch verdiente Führung für Ammerthal.
SpVgg kassierte in zweiten Halbzeit weitere Tore
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst am Spielverlauf wenig. Ammerthal spielt weiterhin clever, was Jürgen Press auch deutlich heraus stellte: „Meine Mannschaft lieferte speziell in der zweiten Halbzeit eine in jeglicher Hinsicht starke Vorstellung ab. Sie kämpfte um jeden Zentimeter Boden und versuchte dabei, auch noch richtig gut Fußball zu spielen. Wir sind auf einem guten Weg, müssen nur weiter konzentriert arbeiten“.
Trotz der immer tiefer werdenden Bodenverhältnisse verlor seine Mannschaft keinen Ball. Daraus resultierte auch ein Freistoß, den Friedrich Lieder nach innen brachte und Mario Zitzmann diesen, unhaltbar für Gastkeeper Dominik Forster, ins 2:0 verwandelte. Was man Weiden trotz des Rückstands zu Gute halten muss, ist die Tatsache, dass die Mannschaft keinesfalls aufsteckte und nochmal alles tat, um die Wende einzuleiten. Die Möglichkeit hierzu wäre bei konsequenterem Abschluss durchaus auch möglich gewesen.
Doch die DJK überstand die Druckphase ab der 70. Minute mit Glück und Geschick. Ammerthal hatte in der Zeit auch mehrmals die Möglichkeit bei vielversprechenden Konterangriffen für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Für das 3:0 sorgte Tobias Laurer, der nach überragender Vorarbeit von Tom Abadjiew den Ball nur noch über die Linie schieben musste.
Statistik zum Derby
Für DJK Ammerthal spielten: Schumacher – Stauber, Kohl, Zitzmann, Mandula – Zischler, Burger (78. Fürsattel), Haller (86. Danner), Lieder – Laurer, Jonczy (77. Abadjiew). Die Spieler von der SpVgg SV Weiden: Forster – Wendl, Jobst, Reich (65. Kießling), Riester, Scherm (67. Paulus), Graf, Hudec (71. Rodler), Schneier, Hegenbart, Werner. Die Torjäger waren: 1:0 (43.) Michael Jonczy, 2:0 (60.) Mario Zitzmann, 3:0 (90.) Tobias Laurer. Insgesamt waren 535 Zuschauer bei dem Spiel. Der Schiedsrichter aus Nürnberg: Sven Bode

