„Die Mitarbeiter des Bauhofs haben aufgrund der vergangenen Rohrbrüche zum Teil nachts und am Wochenende gearbeitet, das Lob ist verdient“, griff Josef Arnold (CSU) in der jüngsten Stadtratssitzung einen im August veröffentlichten Bericht auf. Dort war von einem „Sanierungsstau“ im Neustädter Kanalnetz die Rede. „Es gab schon immer einen Wartungsstau. Wenn du hinten fertig bist, kannst du vorne gleich wieder anfangen. Ich glaube nicht, dass da in der Vergangenheit geschlampt wurde“. Kürzlich gab es im Stadtgebiet innerhalb von drei Wochen vier Rohrbrüche.
In einem offenen Brief schrieb Altbürgermeister Rupert Trottmann (CSU) nun auch im Namen seines Vorgängers Gerd Werner (SPD) Bürgermeister Sebastian Dippold „Halbwissen“ zu. Dieser konterte: „Ich bin das jüngste Mitglied hier im Stadtrat und kann selbst gar nicht wissen, was früher geschehen ist. Demnach verfüge ich nicht über Halbwissen, ich verfüge über gar kein Wissen. Ich kann lediglich das wiedergeben, was mir vonseiten des Bauhofs, der Wasserwarte und der Tiefbauingenieurfirma zugetragen wird“, entgegnete der Rathauschef in der Sitzung. Das sei auch kein Wühlen in der Vergangenheit, das sei das Erklären von Notwendigem. „Ich zeige nicht mit dem Finger auf irgendjemanden. Wenn aber jemand meint, er müsse sich von diesem Bericht angesprochen fühlen, der kann das tun oder auch nicht.“
Hoffen auf das Technische Bauamt
Gerhard Steiner (Freie Wähler) erinnere sich an die Zeit vor Dippold, in der „unser früherer Wasserwart immer wieder den maroden Zustand des Kanalsystems beklagt hat. Das wurde damals aber alles weggeschoben, weil man die Kosten für die Sanierungen auf die Bürger hätte umlegen müssen.“
Dippold sei der Pflicht zur Sanierung der Straßen samt Kanalnetz in seiner Amtszeit bereits nachgekommen und will dies auch künftig tun. „Einen aktualisierten und priorisierten Sanierungsplan gibt es bis dato zwar nicht. Das wird sich aber ändern, denn das lange nicht besetzte Technische Bauamt der Stadt ist mit Bautechniker Thomas Baldauf jetzt sehr gut aufgestellt. Mit dem Tiefbauingenieurbüro sind wir auch im Austausch.“

