Die Stadt Weiden steht vor einer bedeutenden Herausforderung im Wohnungsmarkt: Um den aktuellen und zukünftigen Wohnbedarf zu decken, müssen bis 2028 jährlich rund 140 neue Wohnungen gebaut werden. Dieses Ergebnis liefert die neueste Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts.

Wohnungsmangel trotz Leerstand

Trotz eines Leerstands von etwa 1.450 Wohnungen, was 5,9 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes in Weiden entspricht, bleibt der Bedarf an neuem Wohnraum ungebrochen. Ein Großteil der leerstehenden Wohnungen, nämlich rund 820, wird bereits seit einem Jahr oder länger nicht genutzt. „Das sind immerhin rund 56 Prozent vom Leerstand. Dabei geht es allerdings oft um Wohnungen, die auch keiner mehr bewohnen kann. Sie müssten vorher komplett – also aufwendig und damit teuer – saniert werden“, erklärt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Außerdem ist ein gewisser Leerstand von etwa 3 Prozent aller Wohnungen notwendig, um Umzüge und Sanierungen zu ermöglichen.

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Probleme bei der Sanierung und Neubau

Die Unsicherheit über kommende Vorschriften und mangelnde finanzielle Mittel halten viele Eigentümer von einer notwendigen Sanierung ab. „In ihren Augen ist eine Sanierung oft auch ein Wagnis. Es fehlt einfach die politische Verlässlichkeit. Ein Hin und Her wie beim Heizungsgesetz darf es nicht mehr geben“, kritisiert Günther. Auch Erbstreitigkeiten und die Zurückhaltung einiger Eigentümer, Fremde als Mieter aufzunehmen, tragen dazu bei, dass Wohnungen leer stehen.

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Die Untersuchung, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) durchgeführt wurde, zeigt: Der Neubau von Wohnungen ist unumgänglich. „Es ist eine Milchmädchenrechnung, die leerstehenden Wohnungen gegen den aktuellen Bedarf an Wohnungen gegenzurechnen. Das funktioniert so nicht“, sagt Katharina Metzger, Präsidentin des BDB. Sie steht damit einer Aussage von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) gegenüber, die empfohlen hatte, bei der Wohnungssuche auf das Land auszuweichen.

Forderungen an die Politik

Um den Wohnungsbau anzukurbeln, fordert Metzger, die Baustandards zu senken. „Einfacher bauen – und damit günstiger bauen“, so ihre Devise. Dies sei möglich, ohne dass der Wohnkomfort darunter leide. Zudem kritisiert sie die aktuelle politische Lage: „Es passiert zu wenig. Und was jetzt passiert, kommt zu spät.“ Notwendige Fördermittel für den Wohnungsneubau, insbesondere für den sozialen Wohnungsbau, fehlen im geplanten Bundeshaushalt für 2025.

Laut Metzger und den Wissenschaftlern vom Pestel-Institut könnte die mangelnde Unterstützung der Wohnungsbau-Branche zu einer „Absturz-Spirale“ führen. „Wohnungsnot trifft auf Nicht-Wohnungsbau. Diese toxische Entwicklung muss dringend gestoppt werden“, betont Metzger. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hätte nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern schüre auch soziale Spannungen.