Das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte hatte am Donnerstagabend, am Internationaler Tag gegen Rassismus, gemeinsam mit dem Bündnis für eine offene solidarische Gesellschaft und dem Integrationsbeirat der Stadt Weiden zu einer Kundgebung auf dem Macerataplatz aufgerufen. Dabei sollte daran erinnert werden, dass noch immer Menschen aufgrund ihres Aussehens diskriminiert, bedroht, angegriffen oder getötet werden.
Vorläufige Zahlen des Bundesinnenministeriums zeigten eine Zunahme von 73 Prozent von gewalttätigen Übergriffen auf Unterkünfte für Geflüchtete im Vergleich der Jahre 2022 zu 2021.
Widerstand leisten gegen Rassismus
Versammlungsleiter Moritz Egeter machte mit aufrüttelnden Worten bewusst, dass wohl jede einzelne Person in der Gesellschaft von Rassismus geprägt sei und dieser Zustand geändert werden müsse. Stadträtin Sema Tasali-Stoll sprach im Auftrag des Oberbürgermeisters. Sie stellte die Situation heraus, dass es 64 Jahre nach Ausrufung des UN-Antirassismustages, noch immer und zunehmend gegen Rassismus und Nationalismus Widerstand zu leisten gelte.
Frauen am stärksten betroffen
Der Beitrag des Frauenhauses erfolgte auf Arabisch und wurde anschließend ins Deutsche übertragen. Frauen seien in einer rassistischen Gesellschaft am stärksten von Diskriminierung betroffen, hieß es da. Ein kleines Mädchen verteilte Sticker zur Weidener „Istanbul-Konvention- jetzt-Kampagne“. Naima Mohammed Omar vom Integrationsbeirat, vermittelte den Zuhörern, wie es vom Rassismus betroffenen Menschen ergehe und wie dies in Gedanken, Gefühlen und dem eigenen Verhalten allgegenwärtig ein ständiger Begleiter im Alltag sei.
Plädoyer für eine offene, solidarische Gesellschaft
Veit Wagner bezog, für Weiden ist bunt und Amnesty Position zum Alltagsrassismus und Herbert Schmid bereicherte die Veranstaltung musikalisch mit eingehenden Saxophonmelodien. Er begleitete auf der Gitarre die kurzum eingeübten Lieder der Versammelten, darunter „Heho leistet Widerstand gegen den Rassismus hier im Land“.
Thomas Wipper zeigte die rassistischen Auswirkungen, des sogenannten Migrationspaktes und der Europäischen Zuwanderungsreform GEAS auf. Es gelte, sich dauerhaft gegen zunehmende rassistische Politik zu stellen, sagte er und plädierte für eine offene solidarische Gesellschaft.

