Im Neustädter AWO-Heim fand jetzt eine Info-Veranstaltung zur Anpassung des Bebauungsplans an der Felixallee statt. Die Anwälte Axel C. Sperling und Thomas Hartl aus München – beide im Bereich Baurecht tätig – führten durch den Abend und standen den 30 anwesenden Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort.

Vierstöckige Wohnblöcke entstehen

„Die Stadt will das Projekt in keinster Weise stur durchsetzen“, betonte Sperling gleich zu Beginn der Veranstaltung. „Die Stadt möchte ihre Stimmen hören, dieser Bürgerbeteiligungsprozess ist absolut freiwillig“. Ziel des Abends war, die Bürger über den aktuellen Stand des geplanten Bauvorhabens zu informieren sowie Stimmen und Einwände zu hören. Auf dem 2.500 Quadratmeter großen Areal um das ehemalige Kreiskrankenhaus in Neustadt/WN sollen teils vierstöckige Wohnblöcke mit Tiefgarage errichtet werden.

Werbung
Advertorial normal
Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial

Anwohner befürchten Verkehrsinfarkt

Bedenken äußerten die Anwohner der Felixallee während der vierstündigen Veranstaltung – bei der auch Vertreter des Stadtrats und Neustadts Bürgermeister Sebastian Dippold anwesend waren – vor allem bezüglich des drohenden „Verkehrsinfarkts“ und der „Verschandelung des Filetstücks der Stadt“. Außerdem kritisierten sie bei der öffentlichen Informationsveranstaltung die „fehlende Transparenz und Kommunikation“ seitens der Stadt.

#1 beispiel full

Schon einige Änderungen vorgenommen

„Damit das Projekt rechtmäßig zustande kommt, muss auf die Belange der Bürger eingegangen werden“, erläuterte Sperling, „alle Einwendungen haben Einfluss auf die Weiterentwicklung der Planung“. So sei laut Sperling bereits ein Verkehrsgutachten eingeholt und Begehungen im Rahmen der artenschutzrechtlichen Prüfung durchgeführt, aber noch nicht final abgeschlossen worden, auch weitere Prüfungen stünden noch aus. Einige Änderungen seien, so Hartl, bereits vorgenommen worden, was aus dem geänderten Plan hervorgehe.

Zu große Baukörper verhindert

Demnach habe sich der Geltungsbereich des Bebauungsplans reduziert, zusammenhängende Baufelder seien getrennt worden, um zu verhindern, dass zu große Baukörper entstehen. Außerdem sei das „Haus A“ im Bereich des Parkplatzes komplett gestrichen, ein weiterer Wohnkomplex um ein Stockwerk reduziert worden. Dies alles geschah aufgrund vorgebrachter Einwände der Anwohner. „Dass ein Bedarf an Wohnungen besteht, geht aus der Bedarfregionalplanung hervor“, so Hartl, „im bisherigen Plan gab es keine Obergrenze, wir haben uns aber für eine Obergrenze von 50 Wohnungen entschieden.“

Anwohner frühzeitig informiert

Bürgermeister Sebastian Dippold bekräftigte, dass die Anwohner noch vor dem Stadtrat über das Projekt informiert worden seien. Auch habe es im Vorfeld zwei Bauausschusssitzungen zu diesem Thema gegeben. „Mit diesem Prozess der Bürgerinformation geht die Stadt Neustadt über Gebühr“, sagte Axel C. Sperling nach der Veranstaltung, „jeder durfte sprechen und wurde gehört“. Neben der Verkehrssituation und der Einfügung ins Landschaftsbild wurden bei der Veranstaltung die Themen Naturschutz und Entwässerung angesprochen.

Akribische Bauleitführung

„Keine Bauleitplanverfahren in Neustadt ist jemals so akribisch durchgeführt worden, wie dieses“, betonte Dippold. „Es ist noch nichts entschieden, alle Möglichkeiten stehen offen“, äußerte sich Stadtrat Gerhard Steiner zu den Einwendungen aus dem Plenum. Im Januar ist nun geplant, dass der Stadtrat über die zweite Auslegung abstimmen wird, die Unterlagen hierfür würden eine Zeit lang ausgelegt werden, so hätten die Bürger nochmals die Möglichkeit, weitere Einwendungen vorzubringen.