Tirschenreuth. Per Videokonferenz fand vor kurzem ein Austausch des Kreisverbandes Tirschenreuth von Bündnis 90/Die Grünen mit MdL Anna Toman zur aktuellen Bildungspolitik statt.

Zu diesem virtuellen Stammtisch begrüßte die neue Vorsitzende im Landkreis Tirschenreuth, Monika Schneider, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Mit diesem Format hätten die Grünen inzwischen gute Erfahrungen gesammelt und sogar den dreitägigen Parteitag absolviert.

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Sie gab das Wort an Anna Toman weiter. Die Landtagsabgeordnete aus Bärnau ist seit 2018 schulpolitische Sprecherin und Mitglied in den Ausschüssen Bildung & Kultus sowie öffentlicher Dienst im Bayerischen Landtag. Viele Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind mit der derzeitigen Schulsituation in Corona-Zeiten unzufrieden. Deshalb hat Toman mit ihren Kolleg*innen ein Positionspapier mit Sofortmaßnahmen erarbeitet, welches sie den Teilnehmern vorstellte.

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Besserer Schutz für Lehrer und Lehrerinnen

So forderte sie beispielsweise für die Lehrerinnen und Lehrer bessere Arbeitsschutzmaßnahmen. „Die Lehrkräfte müssen umgehend mit FFP2-Masken ausgestattet werden“, so Toman’s Appell.

Sie forderte auch, dass aus den Klassen Druck herausgenommen werde. Es sollten weniger Prüfungen stattfinden. „An einigen Schulen sei es dazu gekommen, dass man die Schüler mit Prüfungen überhäuft habe, aus Angst, bei einem Lockdown nicht genügend Noten gebildet zu haben“, teilte Toman mit. Die Schüler sollten ergänzend Förderkurse erhalten, die von Nachhilfeinstituten oder Studierenden abgehalten werden könnten.

Mobile Testteams an den Schulen sollten zusammen mit Schnelltests das Ansteckungsrisiko verringern. Wenn der Antigentest positiv sei, sollte dann ein Test durch Abstrich folgen. Toman forderte mehr Busse und Bahnen. Es gehe nicht an, dass die Schüler in der Schule durch gute Hygienekonzepte das Ansteckungsrisiko minimiert hätten, dann aber dicht gedrängt in Zug oder Bus den Schulweg bestreiten müssen.

Internet zu langsam für Hybridunterricht

Viele Probleme, so in der anschließenden Diskussion, bestünden schon lange und seien von der Regierung nicht wirklich angegangen worden, wie beispielsweise der Lehrermangel. Erst jetzt habe man eine Arbeitsgruppe zur Nachwuchsgewinnung gegründet. Ein Hybridunterricht mit Beamer und Webcam funktioniere an vielen Schulen nicht, weil nicht nur die Ausstattung fehlt, sondern vor allem ein schneller Internetzugang.

„Vor allem Abschlussschüler müssen unter der derzeitigen Situation besonders leiden, nicht nur wegen der Prüfungsvorbereitung, sondern auch, weil sich die Arbeitsagenturen als Ansprechpartner zurückziehen und deren Arbeit zum Teil auch noch auf die Lehrer übertragen wird. Hier fehle dann Zeit, Bewerbungen zu üben. Möglichkeiten, Berufe und Betriebe über Praktika kennen zu lernen, seien im Moment ebenfalls nicht gegeben“, so das ernüchternde Fazit der Landtagsabgeordneten.

Anna Toman bedankte sich für den regen Austausch. Der gute Kontakt zu betroffenen Eltern und Lehrkräften helfe ihr bei ihrer Arbeit im Bildungsausschuss, um in ihre Arbeit als schulpolitische Sprecherin die verschiedensten Sichtweisen einfließen zu lassen.