Die Sanierung der Verwaltungsgebäude der Stadt am Marktplatz 24 bis 26 ist schon lange beschlossen. Die Vorbereitungen laufen und bald soll es losgehen. Architekt Gabor Freivogel vom Büro kklf aus Nürnberg wollte vom Bauausschuss vor dem Sanierungsbeginn eine Entscheidung haben: Umbau in Holzständerbauweise oder massiv?
Dies wäre im westlichen Teil der Verwaltungsgebäude möglich, das ehemalige Lehrerhaus sei sowieso ein Holzbau. „Die Holzständerbauweise kostet etwa zehn Prozent mehr. Das muss es einem halt wert sein“, sagte Freivogel. Der Schall- und Brandschutz sei allerdings mit mehr Aufwand verbunden, was den erhöhten Preis erklärt. Freivogel fühlt sich aber wegen des Trends zur Nachhaltigkeit der Vorstellung der Holzständerbauweise verpflichtet, auch wenn er persönlich nicht dazu rät: „Man heute nicht mehr bauen, ohne das Thema zumindest mal angesprochen zu haben.“
Maximal eine Mischform möglich
In einer möglichen Vision solle das Holz dann aber auch sichtbar sein. In sicherheitsrelevanten Bereichen wie den Treppenhäusern ist ohnehin nur Stahlbeton möglich, sodass eine Mischform entsteht. Bürgermeister Edgar Knobloch fragte Freivogel konkret nach einer Empfehlung zur Holzständerbauweise. „Es ist nett, aber der Vorteil eher ideologischer Natur“, so Freivogel.
Lisa Brandl (FW) wollte Auswirkungen auf die Bauzeit wissen – die sei fast gleich, mit Holz vielleicht ein paar Wochen schneller. Gerald Morgenstern (CSU) rechnete mit Kosten von über acht Millionen Euro, zehn Prozent mehr mache da schon was aus: „Stimmen die Förderstellen da zu?“ – Es gebe dafür nach der Expertise von Freivogel kein zusätzliches Geld. Für Morgenstern ist klar: „Das hat sich dann erledigt.“
Abstimmung war eindeutig
Thomas Weiß (SPD) hält Holz für einen tollen Baustoff, sieht die Preissteigerung von zehn Prozent aber mehr als kritisch. Jürgen Wegmann (CSU) wunderte sich über möglicherweise energetische Vorteile, die für Freivogel aber nicht entstehen. Knobloch stellte fest, dass die Stimmung im Gremium gegen die Holzständerbauweise kippte und ließ abstimmen. Mit einem einstimmigen Votum entschieden sich die Stadträte für die Massivbauweise.
Mitarbeiter müssen vorläufig umziehen
Die Stadtmitarbeiter der Finanzverwaltung, des Bürgerbüros, des Standes- und Ordnungsamtes sowie des Bauamtes sollen für die etwa zweijährige Bauphase demnächst in die Stadtwerke umziehen. Bis zum 1. Juni soll es mit den Bauarbeiten dann losgehen.
Thomas Weiß fragte nach dem Stand der Vorbereitungen: Ist man im Zeitplan? Sind alle Anträge und Ausschreibungen schon gestellt? Für Freivogel sind die Arbeiten „auf der Schiene“. Vor zehn Tagen gab es die letzten Gespräche mit dem Landratsamt. Anträge und Ausschreibungen sollen in etwa einem Monat gestellt werden. Wegen der Höhe der Summe müssen wohl 80 Prozent europaweit ausgeschrieben werden, während 20 Prozent im kleineren Maße verteilt werden können. Auf Nachfrage legte er sich dann fest: „Wir sind in allen Punkten im Zeitplan.“

