Europa ermöglicht „grenzenloses Reisen“. Das war einmal die Idee. Doch seit 2015 gibt es Kontrollen an den Grenzen, die aufgrund der Flüchtlingsbewegungen durch den Krieg in der Ukraine wieder verstärkt werden. Das beobachtet Dr. Lukas Iffländer vom Fahrgastverband Pro Bahn.

Alex Prag-München und Hof-Regensburg verspätet

Die Grenzkontrollen in der Nordoberpfalz betreffen vor allem den Alex-Zug von Prag nach München. Diese Verspätungen übertragen sich dann auch auf andere Züge, etwa die Alex-Verbindung Hof-München. „Der Zug ist häufig verspätet, weil er in Schwandorf lange auf den Prager Teil warten muss“, erklärt der stellvertretende Bundesvorsitzende des Interessensverbandes für Fahrgäste.

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Verspätungen von 15 Minuten oder mehr

Das habe direkte Auswirkungen auf Pendler, die etwa von Wiesau, Windischeschenbach, Altenstadt und Weiden nach Regensburg fahren wollen, oder auch Ausflügler und Geschäftsreisende, die weiter nach München wollen. Verspätungen von 15 Minuten oder mehr seien an der Tagesordnung.

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Die Verspätungen geschähen nach Iffländer nur, weil die Züge während der Kontrollen anhielten. Dabei gäbe es einfache Lösungen: Kontrollen im fahrenden Zug, wie in der Vor-Schengen-Zeit, als in Europa Grenzkontrollen an der Tagesordnung waren.

Warum die Grenzkontrollen während der Zugfahrt abgeschafft wurden, kann Iffländer nicht genau beantworten. Er schätze, dass es auf den Personalmangel bei der Bundespolizei zurückzuführen ist. Freilich brauche es mehr Personal, wenn Beamtinnen und Beamte immer hin- und herfahren müssten.

Auch Fernzüge aus Österreich betroffen

Auch Fernzüge aus Österreich, die über Passau, Freilassing oder Furth im Wald nach Deutschland fahren, seien in den letzten Wochen sehr häufig verspätet.

Forderung: Kontrollen im fahrenden Zug

„Der Fahrgastverband PRO BAHN möchte an dieser Stelle nicht die Sinnhaftigkeit von Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraumes in der aktuellen Situation diskutieren. Wir fordern jedoch eine Durchführung dieser Kontrollen im fahrenden Zug zur Sicherstellung des Fahrplans. Wir sehen keinen Grund, warum diese, vor Jahrzehnten standardmäßig angewendete Verfahrensweise nicht auch heute auch möglich sein sollte, wenn schon Grenzkontrollen für nötig gehalten werden“, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.