Weiden. Seit 1. Oktober 2016 ist Illkay Gebhardt die neue Leiterin des Frauenhaus in Weiden. Oberbürgermeister Kurt Seggwiß begrüßte sie zum Antrittsbesuch in seinem Amtszimmer. Dabei erzählte sie nicht nur vom Alltag, Aufgaben und Funktion des Frauenhaus, sondern auch von Zielen, die sie sich gesetzt hat. 

Von Jürgen Wilke

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„Hier wird überregional und unbürokratisch schnelle Hilfe geleistet“, hob Oberbürgermeister Kurt Seggewiß die Bedeutung des Frauenhauses hervor. Das werde, so der OB, auch wegen der guten Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ermöglicht und gefördert. Er wünschte der neuen Frauenhaus-Leiterin alles erdenklich Gute für ihre Arbeit und überreichte ihr im Namen der Stadt das offizielle Buch der Stadt Weiden. Ilkay Gebhardt betonte, dass sie sich auf ihre neue Aufgabe freue und ihre ganze Kraft dafür verwenden werde, das Frauenhaus so gut zu leiten, wie es bisher unter ihrer Vorgängerin geschehen sei.

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Ilkay Gebhardt wurde vor 41 Jahren in der Nähe von Wiesbaden geboren, kam aber mit ihren Eltern bereits als Achtjährige in die Oberpfalz. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern war, bevor sie nach Weiden kam, in der Heiligenfeld- Klinik Waldmünchen tätig, einer Fachklinik für Erwachsene, Eltern, Kinder und Jugendliche zur psychosomatischen Behandlung. Davor war sie in Weiden, sowie in den Landkreisen Tirschenreuth und Amberg/Schwandorf in der Erwachsenenbildung tätig und führte auch noch eine eigene Praxis für Psychotherapie.

„Ich sehe es als eine meiner nächsten Aufgaben Menschen zu finden, die ehrenamtlich für die so wichtigen Tätigkeiten zum Wohl der Frauen und Kinder mitarbeiten können“, so die Frauenhaus-Leiterin, es werde immer schwerer Ehrenamtliche zu finden. Unter der Telefonnummer 0961 / 3802170 oder E-Mail: frauenhaus@diakonie-weiden.de sowie Homepage der Diakonie Weiden gibt es noch weitere Informationen.

Zufluchtsstätte Frauenhaus: Schutz für Mutter und Kinder

Seit 1996 hat das Frauenhaus der Diakonie Weiden 2.400 Frauen und Kinder aufgenommen und noch einmal 1.500 Frauen beraten. „Jede vierte Frau wird in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt. Die Folgen sind gravierend“, sagt Ilkay Gebhardt. Schlimm sei nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch psychische Erniedrigung. Viel zu lange sei dieses Problem verharmlost worden, so die Frauenhaus-Leiterin weiter. Inzwischen sei das besser geworfen. Frauenhäuser bieten den Frauen einen vorübergehenden Schutz. Die Einrichtungen seien aber nicht nur Zufluchtstätten für eine kurze Zeit: Hier könnten neue Perspektiven angestoßen und Traumata angegangen werden. Wichtig sei das gerade auch für Kinder, die oft genauso an der emotionalen Grausamkeit leiden wie ihre Mütter. Das Frauenhaus war auch 2016 zeitweise so gut belegt, dass keine Neuaufnahmen möglich waren, aber:

Niemand bleibt auf der Straße stehen, denn wenn das Haus voll ist, vermitteln wir weiter“

so Ilkay Gebhardt. Die nächsten Frauenhäuser gibt es in Schwandorf, Regensburg, Selb, sowie in Bayreuth. In Amberg gibt es eine Notwohnung. Die Frauen bekommen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern werden auf ihren Wegen zu Polizei und Gericht oder auf der Wohnungssuche unterstützt. Das Frauenhaus berät Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht werden, auch unabhängig von einem Aufenthalt im Frauenhaus. Beratungsgespräche sind telefonisch oder persönlich möglich.

Mit einer Spende kann das Frauenhaus unterstützen werden: Diakonisches Werk Weiden, Evangelische Bank IBAN DE34 5206 0410 0002 6080 14 und BIC GE NO DEF1EK1 Verwendungszweck: Frauenhaus.