„Dopplerleben – eine Fälscher-Saga“ heißt das neue Programm von Sigi Zimmerschied auf der „Kulturbühne“ in der Max-Reger-Halle. Und das ist keine sentimentale Schnulze. Der Zuschauer ist zwei Stunden lang hellwach, denn der Comedian ist flink mit seinen Worten. Kaum hat man die Sätze verarbeitet, schlägt er einem auch schon wieder neue Pointen um den Kopf. In seiner Show spielte er einen Charakter namens Hans Doppler.
Fälscher in der Krise
Während sein Vater die Lebensläufe bayerischer Politiker bereinigte, steckt Hans Doppler heute in der Krise. Auf der Bühne preist er seine Corona-Impfausweise zu Schleuderpreisen an. Niemand im Publikum will sie ihm abkaufen. Auch seine positiven Sozialprognosen für Serientäter und die neurologischen Gutachten für Leute, die vorzeitig in Rente gehen wollen, sind Ladenhüter.
Klaus Kinski und die Diversen
Nach der Pause sattelt Hans Doppler um: jetzt betreibt er eine Schauspieleragentur. Auch recht erfolglos. Mit „Diversen“, die heute beim Film hoch im Kurs stünden, könne er leider nicht dienen. „Die hat früher alle der Kinski abdeckt“, beschwert er sich. Tarzan-Darsteller? Ein absolutes No-Go: „Weil die Affen über kulturelle Aneignung klagen.“ Und seine Winnetous musste er alle nach Serbien zurückschicken.

