Der frühere Flosser Bürgermeister würde den Begriff Liebesgeschichte sicher nicht verwenden, aber Fred Lehner ist bis heute mit der Baugenossenschaft „Eigenheim“ verheiratet, auch wenn er sich inzwischen in den Austrag zurückgezogen hat. Seine vor kurzem verstorbene Frau Anita Lehner würde den Vergleich vermutlich mit einem Augenzwinkern quittieren, immerhin hat sie ihm über all die Jahrzehnte, in denen er auch als Bürgermeister nicht von „seiner“ Baugenossenschaft lassen konnte, als Buchhalterin den Rücken freigehalten.

Fusionierung mit Arbeiterbauverein Plankenhammer

Der heute 89-Jährige steht seit 65 Jahren an der Seite der Baugenossenschaft – in guten wie in schlechten Zeiten. Wobei die schlechten mit der Abwendung der Liquidation beendet waren, seither ging es eigentlich nur bergauf mit der Flosser „Eigenheim“. Das heißt, ein weiteres Mal, nicht ganz 20 Jahre später, mussten Lehner und sein Vorstand noch einmal alles geben, um einer drohenden Verschmelzung mit dem Landkreissiedlungswerk zu entgehen. Der Kunstgriff des Jahres 1976: Der Bauverein fusionierte kurzerhand mit dem 110 Jahre alten Arbeiterbauverein Plankenhammer.

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Wenn auch seit 2012 nur noch als Berater aktiv, verkörpert Lehner weiterhin die Baugenossenschaft im Markt. Damit hat seine Nachfolgerin als Vorstandsvorsitzende Marika Mauerer kein Problem, im Gegenteil. Die Fusionierung mit dem Arbeiterbauverein Plankenhammer sei eines von mehreren „Meisterstücken“ Lehners gewesen.

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Problem der Wohnungsnot behoben

Fred Lehner gehört 1959 zu den jüngsten Vorstandsvorsitzenden einer Wohnbaugenossenschaft in Bayern. Als die drohende Liquidation abgewendet ist, stürzt der junge Vorsitzende sich auf das damalige Problem der Wohnungsnot. Ein Teil der älteren Häuser in der Eigenheimsiedlung wird an die Mieter verkauft. Mit dem Erlös kauft die Genossenschaft Baugrund am „Puppberg“. Erstmals baut die Genossenschaft auch Eigentumswohnungen. Das Baugebiet „Puppberg“ bezeichnet Lehner heute noch als „das schönste im Markt“.

Bauverein größter Hauseigentümer

1972 wird Lehner zum Bürgermeister gewählt; das hält ihn aber nicht ab, bei der Baugenossenschaft Vertrauensperson, Buchhalter, Mieteintreiber, Bauherr, Vermittler und Schlichter bei Mietstreitigkeiten zu bleiben. Aktuell baut die Genossenschaft in Plankenhammer zehn barrierefreie Wohnungen, die in Kürze bezugsfertig sein werden. 2012 hört Lehner nach 53 Jahren als Vorstandsvorsitzender auf, er ist inzwischen 80. Die Genossenschaft steht gut da, ist stark und liquide. Der 100-jährige Bauverein ist der größte Hauseigentümer (38 Anwesen) und Vermieter (120 Wohnungen) im Markt.