Bislang haben sich die Führungskräfte der Kommunen einmal im Jahr bei der Polizeiinspektion in der Landkreishauptstadt getroffen, um sich über das Kriminalitätslagebild informieren. Ab diesem Jahr kommen die Ordnungshüter in die Gemeinden vor Ort.
Im Sitzungssaal des Rathauses Weiherhammer begrüßte dazu Hausherr Bürgermeister Ludwig Biller seine Amtskollegen Martin Schregelmann aus Etzenricht, Gerhard List aus Kohlberg, Sebastian Hartl aus Luhe-Wildenau und Vertreter Johann Gurdan aus Mantel. Der Leiter der Polizeiinspektion Neustadt/WN EPHK Stefan Weinberger hatte mit seinem Kollegen PHKZ Johannes Zeug viel Zahlenmaterial mitgebracht.
Im Durchschnitt 28 Beamte einsatzbereit
Die Kommunen im Dienstbereich der Inspektion Neustadt/WN mit ihren ca. 40.000 Einwohnern und einer Fläche von 393 Quadratkilometern werden mit einer durchschnittlich verfügbaren Dienststärke von 28 Polizeibeamten vom Dienstort Neustadt aus betreut. Präsent sind dabei die Einsatzkräfte in 15 Kommunen von Altenstadt/WN bis Windischeschenbach.
Im Jahr 2022 wurden insgesamt 5.057 Fälle bearbeitet, bei 959 handelte es sich um Fälle, die in die polizeiliche Kriminalstatistik einfließen. Die Abarbeitung aller Fälle ohne Komplikationen oder Probleme ist der hervorragenden Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden im Dienstbereich und damit auch in erster Linie den Kommunen zu verdanken.
Aufklärung etwas rückläufig
Ein minimaler Rückgang war im letzten Jahr bei der gesamten Straftataufklärung zu verzeichnen. War diese Quote im Jahr 2021 noch bei 74,4 Prozent gelegen, so pendelte sie sich 2022 bei 74,1 Prozent ein. Gegenüber dem Bundesland Bayern mit 64,4 Prozent oder der gesamten Oberpfalz mit 70,8 Prozent sind die Ordnungshüter aus Neustadt um einiges erfolgreicher.
Weit vorne in der Prioritätsliste steht dabei für die Ordnungshüter die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche. Diese Delikte konnten dadurch von 10 Fällen im Jahr 2021 auf 2 Taten im letzten Jahr reduziert werden. Bei den Rauschgiftdelikten ist ein Anstieg von 56 auf 67 Fälle zu verzeichnen. Die hohe Aufklärungsquote von 94 Prozent dabei ist darauf zurückzuführen, dass es sich dabei um ein sogenanntes Kontrolldelikt handelt.
Wichtige Prävention- und Aufklärungsarbeit
EPHK Stefan Weinberger erläuterte den anwesenden Bürgermeistern ihre Möglichkeiten, bei der Aufklärung von Straftaten mitzuarbeiten. So kann bei Veranstaltungen wie Seniorennachmittagen oder Bürgerversammlungen immer wieder darauf hingewiesen werden, wie Straftäter beim sogenannten „Enkeltrick“, bei Einbrüchen oder bei anderen Delikten vorgegangen wird. Eine große Hilfe kann auch sein, wenn betroffenen Einwohnern, die Opfer einer Straftat geworden sind, das Schamgefühl für eine Anzeige genommen wird.
Die Einführung einer Sicherheitswacht trägt bereits erste Früchte. Dabei gehen private Personen auf Streife, die vorher eingehend über alle rechtlichen Vorgaben belehrt wurden. Die Meldung von entstehenden oder sich entwickelnde Straftaten an die Polizeibeamten können oftmals bereits präventiv Strafdelikte verhindern. Bürger, die hierbei ehrenamtlich mitarbeiten wollen, möchten sich bei der PI Neustadt melden.

