Da lohnt es sich einen Blick auf die schulische Entwicklung im Markt vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute zu werfen. Dass es in Floß in den Jahren 1945 bis 1947 über 930 Schülerinnen und Schüler zu unterrichten gab, hört sich heute als eine nie vorstellbare und glaubhafte Zahl an. Doch durch den Zustrom der Flüchtlinge in dieser Zeit hielt diese Schülerzahl sogar noch längere Jahre an. Eine geradezu revolutionäre Entwicklung.
Und dann liest man aus der Schulgeschichte, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Schulgebäude im Markt in einem trostlosen Zustand befanden. Zur damaligen Zeit gab es den „Schulverband Floß“, der sich aus den früheren Flosser Landgemeinden Bergnetsreuth, Gailertsreuth, Gösen, Grafenreuth, Schlattein und Schönbrunn sowie dem Markt Floß zusammensetzte. Mit der Eingliederung der Flosser Landgemeinden in den Markt im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1972 löste sich der Schulverband, ebenso wie der bestehende Feuerlöschweckverband mit den Landgemeinden auf.
Mangel auch in der Schule
An der Schule fehlte es bis zum Jahre 1955 am Nötigsten, vom Schulgestühl bis zur Tafel, von der Kreide bis zum Schulheft und es fehlte schließlich an Heizungsmaterial für ein temperaturgerechtes Klassenzimmer. Die sanitären Anlagen waren völlig unzureichend, von Trockenklosetts einmal ganz abgesehen. Einige Schulklassen mussten sogar notgedrungen in frühere RAD-Baracken an der Neustädter Straße ausgelagert werden. Aber das alles ist Vergangenheit.
Die Schulverhältnisse haben sich mit dem Neubau des Zentralschulhauses, es waren zehn Schulklassen, neben dem Sekretariat, Schulleiter- und Konferenzzimmer, dazu eine moderne Küche. das im Januar 1956 bezogen werden konnte, gewaltig und zum Guten geändert. Um allen Bedürfnisses für die Abwicklung und Durchführung eines geordneten Lehrunterrichts gerecht zu werden, wurden in den Folgejahren zwei Erweiterungsbauten mit Fachklassen, dazu noch eine moderne Schulturnhalle (heute durch eine neue Halle ersetzt) errichtet.
Die Schule stand und steht ganz oben auf der Liste
Der Schule wurde durch den Sachaufwandsträger zu jeder Zeit ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. Jedenfalls war von einer Schulraumnot oder gar von Schulproblemen keine Rede mehr. Auch nicht von der Ausstattung der Schule, die mit jeder anderen, gleich großen Einrichtung jederzeit mithalten konnte, ja sogar führend war. Seit über einem Jahr wird nu nach dem Neubau der Schulturnhalle an der Sanierung des Zentralschulhauses, wie es heute noch in aller Munde bezeichnet wird (Hauptbau und Erweiterungsbauten), gearbeitet. Die Baukosten sollen bei über 5,6 Millionen Euro liegen.
Mit dem Ende der Bauarbeiten rechnet die Kommune als Maßnahmeträger bis Ende des Jahres 2024. Der Staat drückt seinen Stempel auf diese Bauprojekt, soll die Schule in Floß weiter Bestand haben und erhalten bleiben, heißt es.
Dann aber ist auch der Zeitpunkt eingetreten, wo es keine Mittelschule mehr in Floß geben wird. Jedenfalls steht heute noch nicht fest, ob es ab dem Schuljahr 2023/2025 noch eine Mittelschule in Floß geben wird. Es liegt an der nötigen Schülerzahl. Mit Beginn des neuen Schuljahres 2023/2024 sind es 124 Schülerinnen und Schüler, die in der Grundschule unterrichtet werden.

