Dort wollte er seinen wohlverdienten Ruhestand verbringen. Vorher hatte die Familie Schwienbacher nach Aufgabe des Pachtverhältnisses mit dem Markt im selbstgebauten Wohnhaus im Ortsteil Gösen, dem Geburtsort von Ehefrau Gerda, ihr festes Zuhause. Den aus Südtirol stammenden gelernten Koch und Gastwirt hatte der ehemalige Bürgermeister Fred Lehner mit Erfolg als Pächter angeworben und von Weiden (Gaststätte Altnürnberg) nach Floß geholt. Ein Glücksfall für die Flosser Gastronomie.
Einzigartige 23 Jahre Pachtzeit
Otto und Gerda Schwienbacher übernahmen am 1. Mai 1985 die neue Mehrzweckhalle mit Gaststätte, Nebenzimmer und Saal. Die über 23-jährige Pachtzeit waren sowohl für die Familie Schwienbacher als auch für den Markt eine einzigartige und bisher nie
wiederkehrende Erfolgszeit. Unvergessene Feste und Feiern der Vereine, Kirchen und Familien, Veranstaltungen aller Art wie auf den Gebieten des Sports, der Kultur und Gesellschaft, darunter auch die Stammtisch- und Jour-Fixe-Treffen, dazu Ferien- und
Reisebusse krönten in der Gaststätte und im Fred Lehner-Saal die aufopferungsvolle, Rund-um-die -Uh rArbeit der Familie Schwienbacher.
Mehrzweckhalle wurde zu einem Vorzeigehaus in der Region
Otto und Gerda Schwienbach machten die Flosser Mehrzweckhalle zu einem Vorzeigehaus in der Region und weit darüber hinaus. Keine Seltenheit war es, wenn Sonntag für Sonntag über 250 köstliche Mittagsessen zubereitet wurden. Heute noch ist über die gastfreundliche, immer hilfsbereite, aufgeschlossene und herzliche Art der Familie Schwienbacher und über den lieben, humorvollen und geschätzten Freund und Gastronom Otto die Rede. Ein Wirt aus Leidenschaft und Hingabe, der sein Herz auf den rechten Fleck hatte.
Ein bewegtes Leben voller Hingabe und Liebe
Die plötzliche Erkrankung von Ehefrau Gerdi führte am 1. Juli 2008 zur Auflösung des Pachtverhältnisses der Mehrzweckhalle. Seit dieser Zeit widmete sich Otto Schwienbacher ausschließlich seiner pflegebedürftigen Frau, die am Rollstuhl gefesselt ist. Zuletzt traf man Otto, der mit so manchen gesundheitlichen Problemen belastetet war, bei seinen täglichen Einkäufen im Markt, wo er immer ein angenehmer und interessierter Gesprächspartner war. Das Flosser Amt wurde für den Südtiroler seine feste und wie er gerne freudig sagte, zweite Heimat.
Den Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Neustadt hielt Stadtpfarrer Josef Häring, während der evangelische Pfarrer Wilfried Römischer aus Floß in der Trauerpredigt das Wort Gottes: „Du bereitet vor mit einen Tisch und schenkst mir voll ein“ predigte und die Lebensstationen des Verstorbenen schilderte.
Von der Kindheit in St. Walburg bis zur Wahlheimat in Floss
Otto Schwienbacher erblickte am 11. Juni 1967 in St. Walburg im Ultental/Südtirol in der Nähe von Meran das Licht der Welt, ging zur Volksschule, lernte als Koch und verehelichte sich im Dezember 1981 mit Gerda Jakob aus Gösen bei Floß. Die beiden Töchter Ramona und Marlene krönten das Familienglück. Die Trauergemeinde verabschiedete sich mit den Liedern: „So nimm denn meine Hände„ und „Möge die Straße uns zusammenführen“. Eine große Trauergemeinde, darunter viele Flosser Bürgerinnen und Bürger und Vereinsvertreter gaben dem geschätzten Wahlflosser Otto Schwienbacher im Stadtfriedhof Neustadt das letzte Geleit.

