Weiden. Für viele Weidener wird das diesjährige Weihnachtsfest noch bescheidener ausfallen. Laut einer Pressemitteilung der Stadt mussten „bei freiwilligen Leistungen bedauernswerter Weise Einschränkungen beschlossen werden“. Ein 46 Jahre alter Weidener erzählt, wie sich die Entscheidung der Stadt auf ihn persönlich auswirkt und was er davon hält.
Von Udo Fürst
Einer der Bedürftigen, der heuer leer ausgehen wird, ist Rainer B. Der 46 Jahre alte Frührentner ist seit sieben Jahren ohne Arbeit. Seine bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall erlittenen Verletzungen machten es unmöglich, seinen Job als Fliesenleger weiter auszuüben. Rainer B. lebt von einer bescheidenen Berufsunfähigkeitsrente und bezieht Wohngeld für seine kleine 2-Zimmer-Mansarde.
Da stimmt der Spruch: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel,
sagt der allein stehende Frührentner. Er wolle sich aber nicht beschweren, dass es heuer keine zusätzliche Finanzspritze der Stadt gebe. „Die müssen auch sparen“, sagt er und: „Dann fallen halt die Weihnachtsgeschenke heuer bescheidener aus.“
Wie die Stadt mitteilte, wurden 2015 in 1183 Fällen Zuwendungen gezahlt. Davon profitierten allein stehende Einzelpersonen ebenso wie Ehepaare und Familien. Wie viel Personen sich hinter der Fallzahl genau verbergen, habe nicht ermittelt werden können, weil bei der Auszahlung nur nach zwei Gruppen unterschieden worden sei: Einzelpersonen und Haushalte ab zwei Personen oder mehr. Insgesamt habe man im vergangenen Jahr vor Weihnachten 35.220 Euro ausbezahlt.
„Die Beschränkung erfolgte, um die Ausgaben zu reduzieren, weil in den letzten Jahren die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen (Geldspenden von Firmen und Bürgern) ständig zunahm“, schreibt Stadt-Pressesprecher Norbert Schmieglitz. 2015 seien die Ausgaben um rund 6000 Euro höher gewesen als die Einnahmen. Mit den Zwängen der Stabilisierungshilfe habe die Kürzung nichts zu tun. Wie hoch die Einsparungen genau sind, sei nicht absehbar und stehe erst nach dem Ende der Weihnachtsaktion fest. Entscheidend dabei sei, wie viele Anträge gestellt würden und wie viele Kinder die Antragsteller haben.

