„Sanis“ sind immer im Dienst – auch in Zeiten, in denen vieles andere still liegt. 14.638 ehrenamtliche Dienststunden kamen in den Jahren 2020 bis 2022 bei Rotkreuz-Bereitschaft, „Helfern vor Ort“ (HvO) und Wasserwacht in Pressath zusammen. Und in dieser Zahl sind die Rufbereitschaftszeiten der HvO nicht einmal enthalten, die Bereitschaftsleiter Thomas Rauch bei der Jahresversammlung der Rotkreuzgruppen im DJK-Heim auf etwa 30.000 Stunden schätzte.

Seitenhieb an die Politik

„Die Politik sollte wissen, dass das selbst bei Beschränkung auf gesetzlichen Mindestlohn kaum finanzierbar wäre“, erlaubte sich Bereitschaftsleiter Thomas Rauch einen kleinen Seitenhieb an die politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen. Doch dankte er auch der Stadt Pressath, auf deren materiellen wie moralischen Rückhalt man sich verlassen könne: „Dort finden wir immer ein offenes Ohr, und es bleibt zu hoffen, dass auch auf höheren politischen Ebenen das Ehrenamt gefördert und bestätigt wird.“ Was sich hinter den trockenen Zahlen an Leistung verbirgt, deckten die Leiter der verschiedenen Sparten auf.

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Helfer vor Ort wieder im Einsatz

Die Tätigkeit der HvO habe mit der zeitweilig vom Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) pandemiebedingt verfügten Außerdienststellung der HvO-Gruppen ab März 2020 fast aufgehört, blickte Florian Eibl zurück. Erst ab Juli 2020 habe die Gruppe nach sorgfältiger Hygienemaßnahmenschulung ihre Arbeit neu aufnehmen dürfen. Inzwischen habe sich die Einsatzzahl wieder normalisiert. Seit August 2021 bestehe ein zweiter HvO-Standort in Schwarzenbach zur Verkürzung der Einsatzwege in den Parksteiner Raum, für beide Standorte stünden je drei Mitarbeiter bereit. Ernsthaft überlegen müsse man die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs, da das mittlerweile 13 Jahre alte Auto voraussichtlich bald ausgetauscht werden müsse: „Deshalb wollen wir im kommenden Jahr einen Spendenaufruf starten, denn für den Kauf eines Ersatzfahrzeugs sind wir auf Spenden angewiesen.“

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Hoffnung auf größere Personal-Basis

Bereitschaftsleiter Thomas Rauch erinnerte an die Einweihung neuer Räumlichkeiten im Rettungszentrum an der Eschenbacher Straße, an Einsätze im Betreuungsdienst für Opfer der Ahrtal-Überschwemmung und für Flüchtlinge aus der Ukraine sowie an die altersbedingte Ausmusterung des Krankentransportwagens, für den der BRK-Kreisverband ein „gebrauchtes neues“ Ersatzfahrzeug vermittelte. Die Zahl der Sanitätswachdienste sei infolge der Absage vieler Veranstaltungen, darunter des Stadtrechtsjubiläums 2020, zurückgegangen: „In den drei Jahren seit 2020 hatten wir weniger derartige Einsätze als sonst in einem Jahr.“ Für die unverzichtbaren Blutspendeaktionen habe man aufwendige Schutzkonzepte erarbeitet, die Zahl der Blutspender habe sich auf Vor-Corona-Niveau gehalten. Fortgesetzt habe man im Rahmen des Möglichen die Qualifikationskurse für Mitarbeiter, wobei Fortbildungen teilweise online stattgefunden hätten. Für die Zukunft, so Rauch, hoffe man, die Bereitschaftsarbeit auf eine breitere personelle Basis stellen zu können: „Wer bisher kaum oder gar nicht praktisch mitgearbeitet hat, ist eingeladen, sich zu überlegen, ob er sich aktiv einbringen kann.“

Wasserwacht wächst

„Wir hatten für 2020 mit einem stressigen Jahr gerechnet, doch dann kam es ganz anders“, erinnerte sich Wasserwachtleiterin Sabine Wittmann bei der Jahresversammlung der Pressather Rotkreuzgruppen. Mit Wachdiensten, Einsätzen, Schwimmkursen und Fortbildungen sei heuer wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Als Zeichen des Dankes für die verlässliche Unterstützung durch die Stadt überreichte Sabine Wittmann an Bürgermeister Bernhard Stangl ein „Wasserwacht-Ente“-Maskottchen „fürs Rathaus“. Ein Dankeschön für eine Geldspende ging auch an die Badbaustiftung.

Neues Motorboot

Für die technische Leitung der Wasserwacht erwähnte Florian Eibl unter anderem den Erwerb eines bisher der Wasserwacht Windischeschenbach gehörenden Motorbootes, für das die Stadt ein Garagenzelt gestellt habe, sowie die Aufnahme dreier neuer Sanitäter und die laufende Ausbildung zweier angehender „Wasserretter im Wasserrettungsdienst“. Das von BRK-Bereitschaft und Wasserwacht getragene Corona-Testzentrum im Haus der Vereine habe von April 2021 bis Juni 2022 1.789 Tests durchgeführt. Von der diesjährigen Rama-dama-Aktion am Kiesibeach berichtete Wasserwachtjugendleiterin Verena Wallner: „Wir haben nur wenig Abfall gesammelt – die Pressather sind sauber.“ Von 2020 bis 2022 habe sich die Mitgliederzahl auf mehr als 60 verdoppelt, 37 Kinder hätten an Schwimmkursen teilgenommen und 24 das „Seepferdchen“ bestanden.

Besondere Ehrungen

Lang war die Liste der Mitglieder, die die Pressather Rotkreuzgruppen bei ihrer Jahresversammlung ehrten. „Besondere Ehrungen“ empfingen:

Heinz Stabla (silberne Ehrennadel des Bezirksverbands des Bayerischen Roten Kreuzes/BRK, Auszeichnungsspange für 55 Dienstjahre in der Bereitschaft)

Rita Lehner (Auszeichnungsspange für 65 Dienstjahre in der Bereitschaft)

Stefan Hörer (Ehrenzeichen am Bande des bayerischen Innenministers für 40 Wasserwacht-Dienstjahre, gründete 1987 den Wasserwachtstützpunkt Pressath, der 1997 zur Ortsgruppe avancierte)

Verena Wallner, Wasserwacht-Jugendleiterin und Ausbilderin (Wasserwachtsmedaille in Bronze)

Der frühere Bürgermeister Werner Walberer als Initiator des Rettungszentrums (silberne Ehrenplakette des Bezirksverbands)

Die Grüße und Glückwünsche der Stadt und des BRK-Kreisverbands überbrachten Bürgermeister Bernhard Stangl, Vize Kreisgeschäftsführer Josef Ott und Kreiswasserwachtvorsitzender Max-Ferdinand Kreuzer.