Die Greenpeace-Aktivisten der Ortsgruppe Weiden stellten am Samstag zum Gedenktag der Nuklearkatastrope in Tschernobyl am Unteren Markt Dutzende Kerzen als Mahnung für das Ereignis auf. Der über 1.000 Tonnen schwere Reaktordeckel sei am 26. April 1986 infolge einer Fehlbedienung durch eine Explosion zerstört worden, der Reaktorkern lag offen. Die Nachwirkungen durch die freigewordene Strahlung seien noch jahrhundertelang europaweit zu spüren.

Auch in der Oberpfalz messbar

Die radioaktive Verseuchung auch in der Oberpfalz sei heute noch messbar. Zwar seien in Tschernobyl keine Reaktoren mehr in Betrieb, doch lagerten in der Umgebung des Atomkraftwerkes große Mengen hoch radioaktiver Abfälle.

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AKWs in der Ukraine in Gefahr

Außerdem seien die AKWs Juschnoukrainsk und Saporischschja unmittelbar durch das Kriegsgeschehen in der Ukraine in Gefahr. „Sobald die russischen Soldaten die Stromversorgung der Südukraine kontrollieren, hat der Kreml ein Druckmittel gegenüber der ukrainischen Regierung in der Hand“, sagt Heinz Smital von Greenpeace.

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Aus diesem Grund sei die Übernahme der Reaktoren ein taktisches Ziel des russischen Militärs. „Dieser Krieg wird in einem Land geführt, das über mehrere Atomreaktoren und Tausende Tonnen hoch radioaktiver abgebrannter Brennelemente verfügt. Die dadurch verursachten Gefahren sind enorm“.

„Auf erneuerbare Energien konzentrieren“

Weiterhin sei die Endlagerfrage nicht einmal für den „Normalbetrieb“ weltweit noch völlig ungeklärt. Deshalb sei die Atomkraft keine Alternative bei der Bekämpfung des Klimawandels. Zumal damit so gut wie nichts zur Senkung der Treibhausgasemissionen beigetragen werden könne. Selbst wenn die Anzahl der extrem teuren AKWs weltweit verdoppelt würde, brächte dies nur fünf Prozent CO₂-Einsparung.

„Notwendig ist ein konsequentes Umdenken bei Energieerzeugung und -verbrauch. Wir müssen uns auf erneuerbare Energien konzentrieren. Regionale Solar- und Windkraft macht uns importunabhängig, ist umweltfreundlich, sicher und endlos vorhanden. Fest steht: Es gibt keine sichere Atomkraft. Deshalb brauchen wir jetzt eine schnelle und umfassende Energiewende“, so Günther Sparrer von der Greenpeace Ortsgruppe Weiden.