Weiden/Neustadt/WN/Tirschenreuth. Wir hinterlassen alle Spuren im Internet. Wenn wir eine Webseite – und sei es eine Behördenseite wie die der Regierung Oberpfalz – besuchen, ein digitales Formular ausfüllen oder einen Beitrag auf Twitter oder Facebook verfassen. Viele Menschen wissen nur wenig mit diesem Begriff anzufangen, selbst wenn sie sich durchaus bewusst sind, dass sie mit jeder Sekunde, die sie online verbringen, Spuren hinterlassen.

Die zunehmende Popularität des Smartphones, die derzeit ihren Höhepunkt erreicht, hat dazu geführt, dass wir nicht länger nur zu Hause online sind, sondern überall. Die Datenpakete der Mobilfunkanbieter werden immer größer, denn wir benötigen immer mehr mobile Daten. Durch dieses ständige Onlinesein hinterlassen wir entsprechend einen gewaltigen digitalen Fußabdruck, wenn wir uns nicht entsprechend davor schützen, dass unsere Daten unentwegt gesammelt werden – aber dazu später mehr.

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Digitale Aktivitäten

Dein digitaler Fußabdruck ist unverwechselbar und beinhaltet all deine digitalen Aktivitäten. Jedes Bild auf Instagram, jede Suchanfrage auf Google und selbst jede Autofahrt kann deinen digitalen Fußabdruck erhöhen. Denn moderne Autos sind ebenfalls vernetzt, so dass Daten von dir weitergegeben werden. Es sei denn, du unterbindest dies, was viele Menschen aus Bequemlichkeit oder Unwissenheit meist nicht tun.

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Das Beispiel mit dem Auto soll verdeutlichen, dass selbst wenn du deinen PC und dein Smartphone komplett entsorgen würdest, auch bei anderen alltäglichen Dingen Daten von dir gesammelt werden, die Teil deines digitalen Fußabdrucks sind. Die meisten Fernseher sind inzwischen Smart TVs und mit dem Internet verbunden.

Präzise auf deine Interessen abgestimmt

Dein Fußabdruck kann sich darauf auswirken, welche Werbung du zu sehen bekommst. Riesige Datenkraken sind sicherlich Facebook und Google. Wer sich dort regelmäßig aufhält oder Suchanfragen tätigt, vergrößert seinen digitalen Fußabdruck in einem nicht zu unterschätzenden Maße. Und es ist kaum möglich, dem zu entgehen, denn so gehören unter anderem Instagram und WhatsApp zu Facebook, und YouTube gehört zu Google.

Bei Facebook erhältst du in deiner Timeline speziell auf dich abgestimmte Werbeanzeigen. Bist du viel in Auto-Gruppen unterwegs, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit die neuste Werbeanzeige für Auto X von Hersteller Y zu sehen bekommen. Je aktiver du bist, desto größer wird deine Werbeblase werden, und die Werbeanzeigen sind umso präziser auf deine Interessen abgestimmt.

Personalisierte Anzeigen

Dasselbe gilt für Google. Je nachdem, was du in das Suchfeld eingibst, erhältst du personalisierte Anzeigen präsentiert. Dies geschieht häufig in Verbindung mit deiner IP-Adresse. Ein Beispiel: du suchst häufig nach Kinderkleidung. Google nimmt an, dass du ein Kind hast, und sieht anhand deiner IP-Adresse, dass du in der Oberpfalz wohnst. Google zeigt dir nun wahrscheinlich Anzeigen von Geschäften für Kinderbekleidung in der Oberpfalz.

Wenn du Facebook und Co nutzt, achte darauf, den Datenschutz soweit zu erhöhen, wie es zugelassen wird. Auch bei Google kannst du deine Einstellungen entsprechend anpassen.

Dynamische Preisgestaltung

Amazon ist für seine dynamische Preisgestaltung bekannt. Preise ändern sich dort manchmal mehrfach am Tag. Die Preisanpassungen sind manchmal so hektisch, dass nicht klar wird, ob es sich um individualisierte Anpassungen handelt oder um dynamische. In extremen Fällen konnte der Preis sich in einem Zeitraum von 34 Tagen bis zu 32 Mal ändern! Eine Untersuchung durch den Verbraucherschutz konnte aber das Gerücht widerlegen, dass Preise im Internet abhängig vom benutzten Gerät sind, also dass Apple-Nutzer mehr als Android-Nutzer zahlen, da der Algorithmus annimmt, dass du durch ein Apple-Produkt automatisch mehr für andere Produkte ausgibst.

Was sich allerdings auf die Preisgestaltung auswirkte, war der Standort des Nutzers. Es kann einen Unterschied machen, ob sich dieser in der Oberpfalz befindet oder in Berlin. Jedoch konnten hier keine individuellen Änderungen nachgewiesen werden, sondern in einem Fall profitierte der eine Standort, dann wieder ein anderer. Die Verbraucherzentrale rät im Zuge ihrer Untersuchung, eine VPN-Verbindung zu nutzen, da du auf diese Weise individualisierte Preissetzungen umgehen kannst, da deine IP-Adresse verschleiert wird. Mehr dazu kannst du hier erfahren.