Rothenbürg/Tirschenreuth. Smartphone und Tablet gegen Gummistiefel und Kescher tauschen, raus aus der Bude und rein in den Teich – das ist das Motto am 07. Oktober beim Abfischen für Kinder am Gowerlhof in Rothenbürg bei Tirschenreuth. Los geht’s um 14.00 Uhr.
Bei der Veranstaltung im Rahmen der Erlebniswochen Fisch erfährt der Nachwuchs hautnah, was Fischereitradition und ein respektvoller Umgang mit der Natur bedeuten – und das ganz ohne moderne Medien. Die bleiben an diesem Tag üblicherweise den Eltern überlassen, wenn sie am Teichrand stehend für die Erinnerungsfotos sorgen.
Seit fast einem Jahrtausend werden im Landkreis Tirschenreuth Karpfen und andere Fische gezüchtet. Tradition verpflichtet – vor allem auch dazu, sie an die nächste Generation weiterzugeben. Und genau das will die Familie Zeitler vom Gowerlhof mit ihrer Aktion erreichen. Im Herbst müssen die Teiche abgefischt werden – die Fische kommen entweder in die tiefen Winterungsteiche, wo sie vor Frost geschützt sind, oder werden in die Hälterungen umgesetzt, wenn sie schon Speisefischgröße haben.
Bei dieser Arbeit dürfen die Kinder am Gowerlhof mithelfen, natürlich unterstützt von der Familie Zeitler und zahlreichen erfahrenen Helfern. Sie sorgen einerseits dafür, dass kein Kind im Matsch stecken bleibt – und andererseits haben sie ein wachsames Auge darauf, dass das Wohl der Fische ebenfalls nicht zu kurz kommt. Der Respekt vor den Lebewesen und der fachgerechte Umgang mit ihnen sind schließlich der Kern der teichwirtschaftlichen Tradition.
Innerhalb einer halben bis dreiviertel Stunde ist der ganze Spuk schon vorbei. Die Fische sind mit Netzen und Keschern abgefischt, nach Alter und Größe sortiert und ins richtige Gewässer entlassen – die Abfisch-Aktion geht völlig spurlos an ihnen vorüber. Das kann man allerdings von den Kindern nicht behaupten. Ob unter der dicken Schlammschicht mal Gummistiefel und Matschhose waren, lässt sich nicht mehr sagen – sicher ist nur, dass jetzt die mitgebrachte Wechselkleidung zum Einsatz kommt.
Das wiederum interessiert den erfolgreichen Fischer-Nachwuchs herzlich wenig, für die Kinder ist jetzt nach der großen Anstrengung erst mal Stärkung angesagt. Kuchen, Würstchen und Stockbrot sind schon vorbereitet. Und natürlich die „Karpfenpflanzerln“, die der absolute Renner bei den Jungfischern sind. Als „Burger“ serviert und garantiert grätenfrei kommt die Fischsemmel 2.0 bei Eltern und Kindern gleichermaßen gut an. Genauso beliebt sind die Bastelstation und natürlich das Heuhüpfen in der Scheune.

