Andy Sauerwein wurde in Sulzbach am Main geboren. In Würzburg hat er Lehramt studiert, hat aber diesen Job erst kürzlich mal ausgeübt, weil während der Corona-Pandemie bei ihm das Kultusministerium anklopfte und vorsichtig anfragte, ob er denn nicht den Lehrermangel beheben wolle. Kurz nachgedacht und dann „Ja“ gesagt.
Kabarett-Auftritte waren ja unmöglich. Aber wenn ihn einer vor seiner Pandemie-Berufung gefragt hätte, ob er je als Lehrer Dienst geschoben habe, dann hätte Sauerwein ihm ganz trocken ins Gesicht gesagt: „Nö!“.
Lieber Kabarettist als Lehrer
Denn Andy Sauerwein war lieber Kabarettist als Lehrer mit Unterricht und so. Er liebte es, sein Leben vor Publikum in lustige Geschichten zu verpacken. Heute lebt der Comedian am Starnberger See. Am Samstagabend stand er auf der „Kulturbühne im Kulturbahnhof“ im „Parapluie“ und fand dort viel Zeit für sein erstes „best of“ nach zehn Jahren Bühnenerfahrung.
Und die Gäste jaulten ihm gleich im Chor entgegen. Warum? Weil Andy Sauerwein mal von Flensburg ans Nordkap radelte und seinen Hund Camillo mitnahm auf den Trip. Über seine Abenteuer mit „Camillo” hat er denn auch gleich ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Ich geh mal kurz mit dem Hund raus“. Und aus dem las er den Weidenern ein paar amüsante Zeilen vor.
Sauer macht lustig
Bei seinem Auftritt in der Max-Reger-Stadt konnte Sauerwein aber auch auf andere Sachen zurückblicken: Auf 25 Kreuzfahrten, zehn Kleinkunstpreise, fünf Soloprogramme, vier Beziehungen und einen Weltrekord. Ein typischer Sauerwein-Abend lebte von der Überraschung und vom plötzlichen Wechsel zwischen Rückblick und Aktuellem, Ernst und Komik, Pommes und Mayo. Sauer macht lustig.
Es waren die kleinen Dinge des Alltags, die Andy Sauerwein aufgriff und thematisierte: Sein erstes Bobbycar, der Anruf bei der Telefonhotline, ein Brötchenkauf beim Bäcker. Charmant und lustig verpackte er boshafte Inhalte, rockte und hämmerte das Piano durch sämtliche Epochen seiner Schaffenszeit und animierte das Publikum ausnahmslos zum Mitmachen.

