Mit Gitarre, Mundharmonika und ungezügeltem Mundwerk präsentiert Weiherer seit nunmehr zwei Jahrzehnten eine Art unvorbereitete Plauderei mit Toneinlage. Angesiedelt irgendwo zwischen Musikkabarett, Liedermacherei, schrulligen Geschichten und Polit-Aktivismus. Seine Auftritte sind mehr grob geschnitztes Handwerk als fein geschliffene Kunst und seine saukomischen Alltagsbeobachtungen sind längst Kult. Und in dieser Zusammensetzung überfällt er sein Publikum auch auf der Weidener „Kulturbühne im Kulturbahnhof“.
Weiherer hat deftige Sprüche drauf
Weiherer geizt freilich nicht mit scharfzüngiger Kritik und deftigen Sprüchen. Noch immer ist er traumatisiert von einem seiner ersten Bühnenauftritte. Zwei Gäste waren damals nur gekommen. Ausgerechnet seine Eltern. Seitdem steckten die ihm immer Geld zu, wenn er auftritt. Weil sie immer noch meinen, dass keiner kommt. Und seitdem gilt auch die Weiherer-Devise: Solange mehr Gäste im Publikum sitzen, als oben auf der Bühne stehen, wird gespielt. Über Publikumsmangel braucht er sich am Samstag weiß Gott nicht beklagen.
Sturschädel mit intelligenten Texten
Er ist ein faszinierender Sturschädel mit intelligenten Texten, mitreißender Musik und grandios bissigem Humor. Meist politisch unkorrekt, oft gnadenlos komisch, aber immer beherzt. Der Weiherer ist einer, der gern hinter die Fassade blickt, um die Ecke denkt. Ihn interessiert das große Ganze, das Hinschauen und Hinlangen, auch wenn´s mal weh tut. Und in bester Liedermacher-Tradition beherrscht er freilich auch die leisen Töne, in denen immer eine große Portion Menschenfreundlichkeit und Liebe durchscheint. Auf dieser Weise schickt er seine Zuhörer in eine Welt voller Fragen und Antworten.

