Der Autor des Stückes Nick Hornby wurde durch das Kunstwerk „Piss Christ“ des amerikanischen Künstlers Andres Serrano inspiriert. Rund um die Ausstellungen dieses umstrittenen Fotos kam es immer wieder zu Demonstrationen und sogar zu
Angriffen auf das Werk selbst. Demonstrationen gab es beim Landestheater Oberpfalz nicht, jedoch einige kritische E-Mails, als das Stück auf dem Spielplan landete.
Was darf Kunst?
Völlig unbegründet, wie der Inhalt des Stückes zeigt: Der ehemalige Türsteher Dave (gespielt von Johannes Lukas) tritt seinen neuen Job als Museumswärter an. Als er ausgewählt wird, ein Werk in einem abgetrennten Raum zu bewachen, in dem der Zutritt erst ab 18 erlaubt ist, wundert er sich über die strengen Sicherheitsmaßnahmen. Schließlich handelt es sich bei dem Bild um eine Darstellung von Jesus am Kreuz. Erst bei näherer Betrachtung erkennt er, warum es massiven Anstoß erregen könnte. Die Collage besteht aus weiblichen Brustwarzen, die aus Pornoheften ausgeschnitten wurden. Zuerst ist Dave schockiert und erledigt seinen Auftrag mit allergrößtem Widerwillen.
Als er jedoch die Künstlerin persönlich kennenlernt, lässt sein Ekel nach. Er beginnt, das Kunstwerk vor seinen empörten Angreifern zu schützen und verteidigt es sogar seiner Frau gegenüber. Dennoch kann Dave nicht verhindern, dass das Exponat einem Anschlag zum Opfer fällt. Doch die Reaktionen darauf wirbeln Daves Verständnis der (Kunst-)Welt erst recht durcheinander.
Ein aufwühlender Theaterabend
Premiere feierte das Stück im Winter inmitten einer Ausstellung im Kunstverein Weiden. Nipple Jesus wirft auf amüsante und provokante Weise die Frage auf, was (moderne) Kunst darf und soll. Ein unbestritten aufwühlender Theaterabend, der fantastisch in den Rahmen des Kunstsommers in der Friedrichsburg Vohenstrauß passt – die aktuelle Ausstellung in der Friedrichsburg kann jeweils eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen des Landestheaters besichtigt werden.
Weitere Termine sind am 29. Juni sowie am 13. Juli und 16. Juli jeweils um 20 Uhr.
Karten gibt es hier, im LTO-Ticketbüro oder an der Abendkasse.

