„Je höher die Berge, umso schöner die Gams. Je grausliger d’Weiber, desto gamsiger sans.“ Diesen Trinkspruch hat sie von ihrem Großvater. Die 1,58 Meter große Powerfrau besitzt kein Haus, hat keine Kinder, keinen Büroausweis, keinen Ring am Finger. Nicht einmal eine Zimmerpflanze hat sie. Wie will Andrea Limmer da beim Klassentreffen bestehen? Wenn sie dann alle antanzen mit ihren Karrieren, Häusern, Parteibüchern, Vehikeln und Familienfotos. Einer derartigen Fülle an vermeintlichen Erfolgen steht eine wie die Limmerin ganz einfach baff gegenüber.

Mit ihrem neuen Programm „Klassentreffen 5.0 – Das Streben der Anderen“ spannt die Musikkabarettistin am Samstagabend auf der „Kulturbühne im Kulturbahnhof“ einen weiten Bogen über ihre inzwischen betagten Mitschülerinnen und Mitschüler. Schließlich hat sie, wie viele ihrer Kollegen wegen Corona lange pausieren müssen. Zeit genug, sich zu erinnern. Sie sei froh über ihren Auftritt im „Parapluie“, bekundet sie am Rande der Vorstellung. Das Publikum eines Kabarettisten sei eben noch recht vorsichtig. „Leute, die ins Kabarett gehen, denken über die Folgen von Corona nach.“

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Sensibles Schandmaul

Mit scharfer Zunge und ihrer Ukulele umreißt die Limmer immer wieder die bayerischen Befindlichkeiten bis ins letzte Wirtshaus-Eck. Voller Schabernack und Schmackes, Rebellion und Romantik. Das tut sie auch bei diesem Treffen der ehemaligen 4a. Für sie ist ein Klassentreffen der Endgegner im Leben jedes Menschen. Dieses Dauerschwelgen in Erinnerungen an große Pausen, kleine Flirts, erste Quadratwatschen, letzte Hoffnungen.

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Das sensible Schandmaul ist ständig in Deutschland und Österreich auf Tournee, um seine Zuschauer zu begeistern. Seit 2015 übt sie ihren Kabarettisten-Job hauptberuflich aus. Damals sei ihr klar geworden, dass das Musikkabarett ihr Leben sei. Und seither führt sie ein Leben am Limit. Vor 2015 hat sie sich noch ausprobiert. Mal im Duo, mal als Autorin von Theaterstücken. Zwei Singles hat die Limmer inzwischen auf Spotify herausgebracht: „Ostseestern“ und ganz neu seit Freitag: „D’Liab“. Seit einem Jahr spielt sie im „Schleichfernsehen“ im BR eine Wissenschaftlerin.