Als wäre Edith Piaf wieder auferstanden. Ihre Welthits Milord und Non, je ne regrette rien, waren von den ukrainischen Sängerinnen Yelizaveta Diulher und Stefanie Guerrera tief einfühlsam und fast wie im Original interpretiert worden. Diese Lieder und viele andere musikalische Höhepunkte gab es in einem sehr beeindruckenden Benefiz-Konzert, das wohl in Weiden in dieser Form bisher einmalig war.
Stehender Applaus des Publikums für das Odessa Symphony Orchestra war der Lohn für mitreißende zwei Stunden Musikdarbietungen aus bekannten Musicals und französischen Chansons. Kaum jemand war auf dem Sitz verblieben, als zum Beispiel der Can Can aus Orpheus in der Unterwelt getanzt wurde.
Bis auf den letzten Platz gefüllt
In dem bis auf den letzten Platz besetzten großen Saal der Max-Reger-Halle in Weiden begeisterten rund vierzig ukrainische Sänger, Tänzer und Orchestermusiker unter der Leitung von Vitaliy Kovalchuk eine mitsingende und mitklatschende Zuhörerschar. Der große Beifall für die hochklassiger Künstler aus der nationalen Staatsoper von Odessa war sicher auch Zeichen für die Solidarität mit einer von Russland viel gepeinigten Nation.
In ihrer Heimat können die Künstler derzeit nicht auftreten und leben an verschiedenen Wohnorten. Zu Konzerten kommen sie immer wieder zusammen. Der Erlös des Konzertes, zusammen mit den gesammelten Spenden, soll zum Erhalt des Orchesters beitragen.
Lebendige Leitung des Odessa Orchesters
Das Odessa Symphony Orchester wurde laut Veranstaltungsprogramm im Jahre 2017 aus Mitgliedern des akademischen nationalen Theaters für Oper und Ballet Odessa gegründet. Es besteht aus Musikern, von denen einige Preisträger internationaler Wettbewerbe sind. Etablierte Opernsänger aus der Ukraine und professionelle Tänzer gehören ebenfalls dazu. Vitaliy Kovalchuk ist der unverzichtbare Leiter des Orchesters. „Er ist Herzstück, Inspirator sowie Experimentator und lässt seine reiche Erfahrung in sein Orchester einfließen“ heißt es im Veranstaltungsprogramm.

