In der mitteleuropäischen Zeitzone fällt üblicherweise der Frühlingsanfang auf den 19., 20. oder 21. März. Die UNESCO hat in diese Zeit den Welttag der Poesie gelegt und ruft seit der Jahrtausendwende 2000 am 21. März dazu auf, den Stellenwert der Poesie im Informationszeitalter des 21. Jahrhunderts herauszuheben.
Auf diesen Termin fällt zugleich der Internationale Tag gegen Rassismus, den die UNO 1966 beschlossen hat, im Gedenken an die von der südafrikanischen Polizei getöteten friedlichen Demonstranten gegen die Apartheidpolitik ihres Landes.
Das LTO lässt dichten
Zum Tag der Poesie hat das Landestheater Oberpfalz seine im vergangenen Jahr begonnene Initiative heuer neu aufgelegt und 370 Gedichte von Klassikern und ambitionierten „Jung“-Autoren in 31 Ortschaften an markanten Stellen anbringen lassen. Sie wollen aufmerksam machen auf die Schätze der Sprache an exponierten Punkten in der Landschaft und den Wohnorten.
In Pressath steht das Motto „Wir dichten“ im Mittelpunkt, das mit dem Eröffnungsgedicht von Günter Ullmann „Gedichtemachen“ das Spektrum vor allem zeitgenössischer Dichtkunst anregt:
Kinder wir machen ein Gedicht:
Erst löschen wir das Licht,
dann schließen wir die Augen,
dass wir zum Träumen taugen.
Bis die Worte auf den weißen Bogen springen,
lasst uns singen.
Poesie zu jeder Tageszeit
Derzeit hängen zehn solcher lyrischer Momente in der Pressather Professor-Dietl-Anlage aus. Das Besondere im Stadtpark ist die dauerhafte Präsentation. Über den Poesietag hinaus sind dort rund um die Uhr das ganze Jahr über poetische Texte zu finden. Die an sechs Holzbrettern angebrachten Poesieblätter im Dietl-Park beinhalten im monatlichen Wechsel Gedichte und Kurztexte zu aktuellen Themen, zum Jahreszeitenwechsel in der Natur, in der Landschaft, zu unterschiedlichen Motiven.
Spaziergänger, Parkbesucher und Passanten sind jederzeit eingeladen, sich für eine kurze Weile von den Texten an den Poesiebrettern im Park inspirieren zu lassen. Über allem steht das Leitmotto des deutschen „Dichtervaters“ Goethe: „Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“
Eigene Ideen oder Vorschläge für gewünschte Gedichte können an die E-Mail-Adresse parkpoesie@gmx.de gesendet werden. Je nach Bedarf und Möglichkeit werden sie berücksichtigt.

