Die Faszination für Madonnenfiguren kommt nicht von ungefähr. Pfarrvikar Dr. Achim Dittrich ist nicht nur Seelsorger in der Seelsorgegemeinschaft Herz Jesu und St. Johannes. Mit halber Stelle wirkt er auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutum Marianum Regensburg. Dort wird das Marienlexikon betreut. „Wir haben schon in Regensburg ein großes Projekt verfolgt, über Hausmadonnen, Marienfiguren, aber auch über die Heiligen.“ Von daher stecke er in der Materie und habe sich gedacht: „Mei, da könnte ich auch was für Weiden machen.“ Das Ergebnis präsentiert der Geistliche jetzt in Form eines Büchlein übers „Maria in Weiden“. Das 92-seitige Buch ist im Eigenverlag erschienen und ab sofort für 12,50 Euro in allen Pfarrämtern und bei der Buchhandlung Rupprecht erhältlich. Am 3. November wird der Geistliche das Werk im Rahmen einer Powerpoint-Präsentation im Pfarrheim St. Johannes vorstellen.

Fotograf Alois Schröpf

Fahrt aufgenommen hatte der Gedanke, als er zum Pfarrgemeinderatssprecher von St. Johannes, Alois Schröpf, Kontakt aufgenommen hatte, erzählt der Autor. „Er erklärte mir, dass er schon viele Marienfiguren fotografiert hat.“ Das war der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit. „Er macht schon sehr gute Bilder“, sagt der Pfarrvikar. „Er hatte auch schon sehr viele Motive und musste nicht erst groß den Bildern nachrennen.“ Gestartet wurde das Buchprojekt bereits im Sommer letzten Jahres. Eigentlich sollte das Buch im Mai fertig sein. „Jetzt ist es aber doch der Marien-Rosenkranz-Monat Oktober geworden.“

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Ein Blick für Marienfiguren

Natürlich hatte sein Fotograf nicht alle Motive im Archiv. „Aber er ist einer, der gerne Touren macht. Dabei spricht er auch Privatleute an. Es sind ja Privatkapellen dabei, die im Buch gezeigt werden.“ Bei manchen Kapellen, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren, habe sich Schröpf bemüht, nach Schlüsseln zu fragen. Das machte er unabhängig vom Buch schon aus Eigeninteresse. „Das ist ein Hobby von ihm, die Gegend zu erforschen und zu fotografieren.“ Er selber fahre gerne Fahrrad, erzählt der Geistliche. „Ich hab mich dann auch umgeschaut. Durch das Regensburger Projekt bekommt man einen Blick dafür, wo Marienfiguren zu finden sind.“

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Großes kunsthistorisches Interesse

„Man weiß, wo die Nischen an den Häusern angebracht sind. Aber wir haben ja auch Kirchen und Kapellen. Dort findet man immer auch Marienfiguren.“ Große Überraschungen habe es bei der Sichtung nicht gegeben. Aber Madonnen von kunsthistorischem Interesse gebe es schon in Weiden. Die spätbarocke, schmerzhafte Mutter Gottes von Ignaz Günther in St. Josef sei zum Beispiel eine solche Figur. „Die meisten Figuren im Buch sind aus den letzten 150 Jahren.“ An vielen Madonnen gehe man vorbei, ohne sie zu sehen. Als Beispiel nennt der Vikar das alte Witt-Gebäude. „Da muss man schon stehen bleiben und gezielt hochblicken.“

Jede Figur hat ihren Reiz

„Jede Figur hat ihren Reiz.“ Dass er im Laufe seiner Recherchen eine Lieblingsmadonna entdeckt habe, glaube er nicht. Dann hält er inne. Vielleicht aber doch. „Wenn man die Frauenrichter Straße, noch über die Kaserne hinaus fährt, gibt es am Stadtrand oben am Haus eine kleine Nische, da steht eine Heilige Familie drin. Man sieht’s von der Straße aus nur schemenhaft unterm Dachfirst am Giebel.“ Diese kolorierte Darstellung möchte er schon zu seinen persönlichen Favoriten zählen. Stadtarchivarin Petra Vorsatz und Prodekan Johannes Lukas haben Grußworte in sein Buch geschrieben. Pfarrvikar Dittrich selbst, führt mit einer kleinen Kirchengeschichte ins Thema ein.