Als brüllender Gorilla betritt er die Bühne und verwandelt sich im Laufe des Stücks in einen Kunstliebhaber. Der ehemalige Türsteher David, gespielt von dem Münchner Schauspieler Johannes Lukas, muss auf ein kontroverses Werk aufpassen, ein Jesusbild bestehend aus einer Collage an Nippeln. Das Landestheater Oberpfalz hat mit „Nipple Jesus“ ein Stück im Spielplan, das sich mit einer zentralen Frage beschäftigt: „Ist das Kunst oder kann das weg?“.

Spielstätte ist auch Ort der Handlung

Passenderweise spielt „Nipple Jesus“ im Kunstverein Weiden inmitten der aktuellen Ausstellung „Beuys in Weiden“. Zum großen Vergnügen des Publikums verlegte der österreichische Regisseur Marcus Hinterberger die Handlung des Stücks, im Original vom britischen Beststeller-Autoren Nick Hornby, kurzerhand nach Weiden an den Ort der Spielstätte. So beschwert sich Türsteher Dave anfangs, dass „der Herr Herzer vom Kunstverein Weiden“ ihm aufgetragen habe, „auf ein beschissenes Kunstwerk“ aufzupassen.

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„Nipple Jesus“ spielt noch am 25. November sowie am 15. und 16. Dezember im Kunstverein Weiden. Im Sommer 2023 gibt es dann noch Aufführungstermine auf der Friedrichsburg Vohenstrauß. Tickets gibt es auf der Webseite des LTO.

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Kunstwerk im Müll

Die Frage „Ist das Kunst oder kann das weg?“ beantwortet Dave je nach Stimmung. Den „Nipple Jesus“ hasst er erst und verteidigt ihn dann mit ganzem Körpereinsatz, andere Kunstwerke stößt er um oder wirft sie in den Müll. Einen ausgestellten Plastikdildo reißt er vom Podest und benutzt ihn als Messerersatz. Trotz der durchgängigen Monologstruktur des Stücks wirkt es an keiner Stelle langatmig oder anstrengend. Im Gegenteil: Schauspieler Johannes Lukas erntet so viele Lacher und langanhaltenden Applaus wie ein ganzes Ensemble.