Einstimmig bestätigten die Teilnehmer der Hauptversammlung im Schwesternheim die Vorsitzenden Norbert Stock und Hermann Grünberger an der Spitze der Sängergemeinschaft. Den Taktstock behält Heribert Ficker in der Hand, der seit 50 Jahren das Chorleiteramt des MGV innehat.
„50 Jahre Chorleiter in einem und demselben Verein, 50 Jahre Treue auch in Zeiten, die für das Chorwesen nicht einfacher geworden sind: das ist außergewöhnlich und ein Lebenswerk“, zeigte sich Richard Waldmann beeindruckt, der als Gruppenchorleiter der Sängergruppe Weiden im Fränkischen Sängerbund (FSB) Ehrenurkunden und Ehrenzeichen des Deutschen Chorverbands und des FSB mitgebracht hatte. Es sei keineswegs mehr selbstverständlich, einen Chorleiter zu haben, dem obendrein nicht nur die musikalische, sondern auch die kameradschaftliche Seite des Vereinslebens mit geselligen Runden und Ausflügen am Herzen liege: „Ihr könnt euch glücklich schätzen.“
Gesellschaftliche Bedeutung des Chorwesens
Waldmann, der auch Chorleiter der Pressather Chorgemeinschaft Sankt Georg ist, erinnerte außerdem daran, dass Ficker über lange Zeit mit der musikalischen Leitung des früheren Frauenchors und des Kirchenchors betraut gewesen war. Die große gesellschaftliche Bedeutung des Chorwesens wie auch der Musikschulen bekräftigte Bürgermeister Bernhard Stangl, der von den laufenden Bestrebungen berichtete, an der Musikschule VierStädtedreieck das Chorleben „auf eine höhere Ebene zu stellen und zu bereichern“ und insbesondere einen Erwachsenenchor aufzubauen: „Dieser Baustein fehlt zurzeit.“ Die Unterstützung des MGV sei hierbei willkommen.
„Institution im Stadtleben“
Chorgesang wirke gemeinschaftsbildend, schule die Konzentrationsfähigkeit und erziehe zu Solidarität und Selbstdisziplin, hielt Stangl fest und sagte dem MGV die städtische Rückendeckung zu. Er erkenne sehr wohl ein Potenzial für einen neuen Aufschwung des Chorwesens: „Das Interesse der Kinder an Musik ist nach wie vor groß, das hat sich beim Tag der offenen Tür an der Musikschule gezeigt. Aber auch die reiferen Generationen interessieren sich durchaus dafür. Musik geht nicht unter.“ Die Versammlungsteilnehmer erinnerten ihrerseits daran, dass der MGV traditionell eine „Institution im Stadtleben“ mit zahlreichen Auftritten, aber auch mit gesellschaftlichen Glanzlichtern wie den beliebten „MGV-Bällen“ gewesen sei.
Dieser Tradition wisse man sich verpflichtet und sei deshalb entschlossen, den Verein fortzuführen. In ihren Jahresberichten erinnerten Vorsitzender Norbert Stock und Chorleiter Heribert Ficker unter anderem an die Mitwirkung beim Patrozinium der Stadtpfarrkirche, beim „Kloster ganz Chor“- Konzertnachmittag in Speinshart und beim Pressather Pfarrfest. Elf Probentermine hätten die zehn Aktiven absolviert, davon zwei gemeinsam mit dem Grafenwöhrer Männerchor.
Für die Zukunft erwäge man engere Kontakte mit den Sangesfreunden in Eschenbach und wolle im Rahmen des bereits in Speinshart erprobten Städtedreieck-Gemeinschaftschors nächstes Jahr am Nordgau-Kulturfest in Grafenwöhr teilnehmen. Der verstorbenen Mitglieder Isidor Foitzik und Ludwig Hutterer wurde mit einer Schweigeminute gedacht.
Kaum Veränderungen im Leitungskreis
Außer den Vorsitzenden Norbert Stock und Hermann Grünberger wurde in der Hauptversammlung auch Kassenwart Josef Reindl bestätigt. Die Ämter des Schriftführers (bisher Ulrich Schanz) und des Vereinschronisten (bisher Michael Altmann) übernimmt in Personalunion Chorleiter Heribert Ficker, die bisherigen Amtsinhaber gehören als Beisitzer gemeinsam mit Franz Burkhard weiterhin dem Leitungskreis an. Die Kasse wird weiterhin von Anton Münsterer und Kurt Wenkmann geprüft, Siegfried Köstler bleibt Notenwart und Hans Murr Fahnenträger.

