Seit 1. Juni ist Pirmin Balk Kulturmanager in Grafenwöhr. Anfangs waren ihm Leute und Ort noch fremd: „Die größte Herausforderung war mir einen Überblick über das ,Who’s who‘ in Grafenwöhr zu verschaffen.“ Daher freute es ihn, dass er von Kollegen, Stadtrat, Kirche, Vereinen oder Kooperationspartnern bei Veranstaltungen herzlich aufgenommen wurde.
Schon viele Veranstaltungen durchgeführt
Mittlerweile hat er so einige Veranstaltungen durchgeführt: Konzerte von Soul Station No.10, des koreanischen Dabyeot Youth Wind Orchestra oder des Bayerischen Jugend-Barockorchesters. „Das Highlight war für mich das „Spirit of Portugal“ im Rahmen des Festivals junger Künstler. Das große Interesse von 300 Besuchern hat mich überrascht und die Stimmung war grandios.“ Ein Aushängeschild von Grafenwöhr ist das Schlemmerkino, sehr zur Freude des Kulturmanagers drei Mal ausverkauft. Die meisten dieser Events waren noch von Vorgängerin Birgit Plößner geplant, Balk führte diese dann durch. Bisher bewertet er alle Events positiv, einzig das Wetter hat vereinzelt nicht mitgespielt.
Aber auch nicht-städtische Veranstaltungen sah sich Balk genau an: Dießfurter Schlossbläser, das „Neinhorn“ vom Landestheater Oberpfalz dazu auch Feste wie den Annamarkt und das Waldkinderfest. Für Balk eine besondere Herausforderung: „Am Annamarkt bin ich kurzfristig bei einer Stadtführung eingesprungen und habe auf Englisch übersetzt“, sagt er stolz.
Naturbühne am Schönberg „außergewöhnlich“
So hat Balk sich einen Eindruck der Veranstaltungsorte, vor allem der Naturbühne am Schönberg, verschaffen können. Bei ihr kommt er fast ins Schwärmen: „Es ist wirklich eine außergewöhnliche Bühne, die ich in den nächsten Jahren im Sommer voll ausnützen möchte.“ Die auftretenden Künstler teilen diese Meinung. Nun freut sich Balk darauf, die Stadthalle zu voll zu nutzen. Er verspricht: „Im Herbst und Winter steht ein volles Programm bereit.“
Der Kulturmanager hat große Pläne für die Stadthalle: „Ich will sie als Event-Location in der Region etablieren, die zuverlässig Kulturschaffende anzieht.“ Ein Wunsch des Stadtrats war es auch für Kinder eine Eröffnungsfeier in der Stadthalle abzuhalten – Diese wird in der kommenden Faschingssaison nachgeholt. Dazu gehören ein Kinderkonzert mit der Donikkl-Crew und eine Zaubershow von Marius Koslowski.
Auch kleine Veranstaltungen etablieren
Balk möchte aber auch kleine Kulturevents nach Grafenwöhr bringen, für die die großen Spielorte vielleicht zu groß sind. Darum steht er im Kontakt mit der Leiterin der Bücherei Doris Baumann und will auch das Museum nach dessen Umbau nutzen.
Auch will Balk gesellige Events aufstellen: Er unterstützt die Stadtbücherei dabei, einen monatlichen Spieleabend für Erwachsene aufzustellen. Dieser soll schon im Oktober starten. Auch regelmäßige Quizzabende hat Balk schon in Kemnath organisiert und diese wurden gut angenommen, weshalb dies auch in Grafenwöhr kommen soll: In einer Art Pub-Stimmung treten bis zu sechs Leute gegeneinander an, es gibt Musik und Preise zu gewinnen.
Großprojekt Kulturfest der Oberpfälzer
Neben den aktuellen Terminen läuft ist Balk voll mit der Planung des Kulturfests der Oberpfälzer 2024 beschäftigt. Einige Lesungen und ein Live-Podcast sind bereits sicher. Ansonsten hat er bereits einige Kontakte geknüpft und steht in Verhandlungen: „Ich möchte aber noch nichts ankündigen, was nicht wirklich fest ist“, erklärt er geheimnisvoll. Einige Highlights sollen aber dabei sein.
Das Feedback aus der Bevölkerung ist ihm wichtig. So gab es manches Gespräch und Verbesserungsvorschläge am Rande von Veranstaltungen. Um aber noch gezielter die Wünsche und Interessen der Grafenwöhrer ansprechen zu können, hat er nun eine Online-Umfrage gestartet. Diese wird bis zum 20. Oktober laufen und frägt unter anderem nach der Zufriedenheit mit dem Kulturprogramm und welche Veranstaltungsform noch fehlt. Zu finden ist die Online-Umfrage auf der Homepage der Stadt Grafenwöhr.
Gutes Team mit Christoph Ertl
Balk möchte betonen, dass das Kulturmanagement nicht aus ihm allein besteht: Christoph Ertl ist der Stadttechniker und berät Balk in Fragen der Umsetzbarkeit und der Vermietung der Stadthalle für nicht-städtische Veranstaltungen. „Kein leichtes Unterfangen“, sagt Balk. Denn sie wollen Terminüberschneidungen mit den Vereinen vermeiden und alle Interessen in Einklang bringen.
Dazu arbeitet Ertl an der Anschaffung weiterer technischer Ausstattung um mit noch besserem Licht und Ton eine tolle Atmosphäre bieten zu können. „Bei den städtischen Events selber treten wir immer im Team auf. Auch bei Events externer Veranstalter arbeitet Christoph mit und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.“
Mit seiner Vorgängerin Birgit Plößner hatte er anfangs übrigens viel Kontakt und fragte sie immer wieder nach verschiedenen Sachen. Aber Balk ist in seine Stelle hineingewachsen: „Mittlerweile ist das nicht mehr nötig und ich komme ganz gut zurecht. Auch weil sie mir sehr viel an Notizen und Material hinterlassen hat, mit dem ich gut arbeiten kann.“

