Es war der ehemalige Heimatchronist, Landgerichtspräsident Adolf W. Schuster aus Weiden, der nach der Herausgabe seines Standartwerks „1000 Jahre Floß“ anregte, auf dem Münchhof bei Kalmreuth einen Gedenkstein aufzustellen. Die Begründung dafür war einfach. Schuster erforschte, dass der Münchhof augenscheinlich aus den ersten Besitzungen
hervorgegangen ist, die das Augustiner-Chorherrenstift Berchtesgaden von den Sulzbachern 1124/1135 geschenkt bekommen hatte.
Eine lange Geschichte
Es handelte sich um die einträglichen Güter Trievenreuth und Trevenreuth. 1540 wird der Münchhof an Herzog Philipp von Neuburg veräußert. Das Ende des Münchhofs kam im Jahre 1670, wo der Markt Floß die „Mayerey Münchshoff“ am 30. Mai kaufte. Der Kauf des Münchhofs ist ein Meilenstein in der Geschichte des Marktes, der Mitte des 17. Jahrhunderts wirtschaftlich so stark geworden war, dass er die ihm von Anfang an auferlegten Fesseln sprengen konnte. Die im schlechten Zustand befindlichen Gebäude auf dem Münchhof wurden abgebrochen, die Familien nach Floß versetzt und für sie die ersten Häuschen „In der Wieden“ (heutige Flossenbürger Straße und Eigenheimsiedlung) errichtet. Grund und Boden wurden unter den Flossern verteilt und kultiviert. Es war jene Zeit der ersten Entstehung der „Gemeindenutzungsrechte“.
Der „Zehentstadel“ im Münchhof ist auf der Vogel’schen Karte um 1600 deutlich zu erkennen. In einem feierlichen Festakt wurde der vom früheren Vorsitzenden des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) Josef Plödt gefundenen riesigen Granitblock beschriftet und in am 30. Mai 1977 eingeweiht.
Die Zeit steht nie still
Jetzt soll der geschichtsträchtige Ort eine weitere Bereicherung erfahren. Gedacht ist an die Aufstellung eines Flurdenkmals mit Kreuz und Holzverzierung, das Heimatfreund Peter Späth dem Waldverein stiftet. Der Vorschlag über den Standort des Denkmals kam vom früheren Vorsitzendenden des Waldvereins, Peter Ruckdäschel, während Ehrenmitglied Gerd Lindner der Stiftung als „Flurdenkmal“ den Namen gab. Für Heimatpfleger Fred Lehner der ideale Standort im Flosser Amt, zumal dafür auch die zentrale Lage spricht. Wenn alles gut geht, sollte noch in diesem Jahr der Münchhof durch das neue Flurdenkmal seine Bereicherung erfahren.
Beim OWV tut sich was
Wenn am 7. Oktober im Gasthaus „Weißes Rössl“ die diesjährige ordentliche Jahreshauptversammlung stattfindet, wird es 35 Ehrungen für langjährige Mitglieder von 15 bis 50 Jahre geben. Auch Neuwahlen stehen an. Hier bemüht sich der Verein um eine Verjüngung und Auffrischung im Ausschuss. Fred Lehner regte an, Beschäftigte des gemeindlichen Bauhofes dafür zu gewinnen. Sie können ein wichtiges Bindemitglied zwischen Verein und Gemeinde darstellen und werden dringend gebraucht.
Immerhin liegt nach den Aufzeichnungen von Schriftführer Manfred Bock das Durchschnittsalter des Vereins bei über 70 Jahren. Intensive Vorbereitungen gab es für die nächste Veranstaltung des Waldvereins, das Backofenfest auf dem Rathausplatz am 15. August ab 15 Uhr. Dabei soll es auch eine dankbare Anerkennung für die Mitwirkung beim Heimatnachmittag geben. Auch der Backofen wird angeheizt, zumal vor dem Fest die Arbeitsgemeinschaft „Kinder“ mit ihrer Aktion „Vom Korn zum Brot“ auf dem Plan steht.
Immer wieder darf der Vereine eine freiwillige Mitarbeit und Unterstützung erfahren. Erst vor kurzem nahm sich Werner Fritsch ein Herz, griff zu Pinsel und Farbe und strich die aufgestellten Ruhebänke, was Vorsitzender Markus Staschewski lobend herausstellte. Auch der Bildstock mit den Bildern des früheren akademischen Flosser Kunstmalers Gottfried Gerstl bei Wilkershof soll saniert werden.

