Angekündigt wurde Mirja Regensburger von keinem Geringeren, als von ihrem Comedian-Kollegen Olaf Schubert, der aus dem Off sprach. Sie war noch niemals in der Oberpfalz, stellte sich die Künstlerin vor. Vielleicht brachte sie deshalb das eine oder andere durcheinander, wähnte sich in Rosenheim-City, als sie auf die Weidener Altstadt zu sprechen kam.
Man musste ihr zugutehalten, dass sie am Vorabend im oberbayerischen Alpenvorland aufgetreten war. Der Applaus der exakt 124 Fans in der Max-Reger-Halle war ihr trotz solcher Fettnäpfchen sicher. Regensburger kokettierte gerne mit ihrem Bauch, den sie mit den Fingern knuddelte. Das war Teil ihrer Show. „Ich habe von mir ein völlig anderes Bild, als wie ich aussehe.“ Selber wähne sie sich nämlich klein und zierlich.
Oberpfälzer Dialekt: Wie eine Betäubungsspritze beim Zahnarzt
„Happy“ hieß ihr neues Programm. „Im Moment können wir gute Laune brauchen“, begann sie ihre Show mit Blick auf die aktuelle Weltlage. „Was bist Du? Ein Weidner?“, fragt die Nordhessin einen Besucher in der ersten Reihe. „Das klingt ja wie Jäger und Sammler.“ Hou! Dou! Wou? Der Weidener Dialekt sei schon eine echte Herausforderung. „So spricht man normalerweise, wenn man beim Zahnarzt war und eine Betäubungsspritze bekommen hat.“ Persönlich liebe sie das Fränkische, das Aggressive. Aber auch Sächsisch, „diese Tennissocke in der Sandale“.
Gast bei „Nuhr im Ersten“
Regensburger hat jede Menge TV-Erfahrung. Sie trat auf im Quatsch Comedy Club und bei Nuhr im Ersten. „Fahr doch mal nach Weiden hin, dann macht dein Leben wieder Sinn.“ Das Liedchen war blitzschnell zusammengemixt und getextet. Es klang nett. Man erkannte sofort den gelernten Musical-Star, der in Hamburg seine Bühnenreifeprüfung abgelegt hat.
Im Song kam alles vor, was das Publikum über Weiden in Richtung Bühne petzte. Die Taubenplage in der Josefshaus-Bronx, das Ampelchaos. Regensburger verwurschtelte in ihrem Dreieinhalb-Minuten-Lied Sachen, die so bei den Stadtvätern gewiss nicht gut angekommen wären. Ihr Fett weg bekam die Stadtgalerie. Etwa so: „Und hast du mal auf was Hässliches Bock, dann fahr doch einfach mal ins NOC.“

