Mitterteich. Vor 50 Jahren starb der im Landkreis Tirschenreuth sehr bekannte Künstler Herbert Molwitz. Aus diesem Anlass zeigen das Museumsquartier in Tirschenreuth und das Porzellanmuseum Mitterteich zur selben Zeit eine Sonderausstellung in Erinnerung an den Kupferstecher und Radierer.

Während der Besucher in Tirschenreuth mehr über das Leben und Arbeiten des Verstorbenen in Tirschenreuth erfährt zeigt das Mitterteicher Museum sein großartiges Schaffen in vielfältiger Weise.

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Herbert Molwitz wurde am 11. Januar 1901 in Blankenhain/Thüringen geboren. Gestorben ist er am 30. April 1970 in Tirschenreuth. Das Familiengrab befindet sich in Mitterteich, wo der Künstler von 1913 bis 1957 lebte.

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Als Zwölfjähriger kam Herbert Molwitz nach Mitterteich, wo sein Vater als Direktor der Porzellanfabrik beschäftigt war. Nach dem Abitur schien sein Berufsweg vorgezeichnet: einem Volontariat in der Porzellanindustrie folgte das Studium der Chemie an den Universitäten Würzburg und München.

Zu Fuß durch die Toskana

Bald jedoch setzte sich die starke schöpferische Begabung von Molwitz durch. In den Jahren 1924 und 1925 entstanden erste Feder- und Bleistiftzeichnungen, die Motive seiner Wahlheimat Mitterteich darstellten. Auf der Suche nach neuen Eindrücken und Erfahrungen, unternahm Molwitz 1924 und 1925 zwei Studienreisen, zunächst in die Schweiz, später nach Italien, wo er in der Begegnung mit südländischer Kultur, Kunst und Landschaft wesentliche Anregungen empfing.

Zu Fuß, ohne Geld, auf die finanzielle Gunst von Kunstliebhabern angewiesen, auf die er unterwegs traf, durchwanderte er die Toskana. Einem kurzen Aufenthalt in Florenz folgte der Besuch Roms. Molwitz begann seinen künstlerischen Weg somit als Autodidakt. Einer Verfeinerung der schöpferischen Anlagen sollte der Unterricht an einer Akademie dienen. Von 1926 bis 1928 besuchte er die Hochschule für bildende Kunst in Weimar.

Große Liebe für’s Detail – vor allem bei Disteln

Berühmtheit jedoch erlangte Molwitz durch die akribische Wiedergabe von Gräsern und Wiesenblumen, von Kräutern und sogenannten Unkräutern, insbesondere aber von Disteln. Als Radierer und Kupferstecher gestaltete er Pflanzenmotive von außerwöhnlicher Darstellungskraft. Die „Große Silberdistel”, ein Kupferstich aus dem Jahre 1929, fand die ungeteilte Bewunderung des berühmten Berliner Impressionisten Max Liebermann.

1932 begann Molwitz mit seiner Topographie der Oberpfalz. Im Laufe nur weniger Jahre entstanden weit über 100 kolorierte Radierungen und Federzeichnungen, die in ihrer Zielsetzung an die Arbeiten des bedeutendsten deutschen Kupferstechers der Barockzeit, Matthäus Merian, erinnern. Mit unfehlbarer Sicherheit gestaltete Molwitz lebendige Blätter von minutiöser Genauigkeit und hoher zeit- und kulturgeschichtlicher Aussagekraft. Als „modernen Merian” feierte ihn daher auch die zeitgenössische Kunstkritik.

Erinnerung an einen „Papierverschandler“

Die Stadt Mitterteich und der Arbeitskreis Heimatpflege halten die Erinnerung an den Ausnahmekünstler wach, der sich in aller Bescheidenheit nicht selten lediglich als „Papierverschandler” vorzustellen beliebte. In einer „Molwitzstube“ wurde in der Stadt an sein außergewöhnliches Wirken erinnert. Wegen des Rathausumbaues ist sie im Moment geschlossen. Aber nach der Ausstellung wird dem Künstler im Porzellanmuseum Mitterteich ein neues Gedenken gewidmet. Gestorben ist der Künstler am 30. April 1970 zwar in Tirschenreuth aber das Familiengrab befindet sich nach wie vor in Mitterteich, wo der Künstler von 1913 bis 1957 lebte.