„Dieter! Dieter!“ skandieren die Fans in der nicht ganz ausverkauften „Donau Arena“. Der „Pop Titan“ wird aus dem Off großspurig angekündigt. „The One and the Only“. Stimmt! Hinterm weißen Vorhang tut sich was. Die ersten Töne von „Atlantis ist Calling“ sind zu hören. Vorn auf der Bühne taucht das Schattenbild des Titanen auf. Dieter Bohlens Umrisse wirken aufs Publikum zunächst mal wie die Trickfilmfigur aus „Dieter – Der Film“. Vorher hatte der amtierende DSDS-Gewinner Sem Eisinger mit „Pony“ als Support das Dieter-Bohlen-Live-Comeback eröffnet.

Kein Regen in Regensburg

Schon bei den ersten Takten der Bohlen-Show wird deutlich: Den DSDS-Preis würde dieser Mann wohl nie gewinnen. Das weiß er aber selber. Thomas Anders fehlt an allen Ecken und Enden. Bohlen hat ihn durch einen Sänger ersetzt. Aber die Interaktion mit dem Publikum klappt hervorragend. Er holt sich zwei Damen und einen Buben auf die Bühne, spielt DSDS-Jury-Mitglied. Jetzt sei er extra 750 Kilometer nach Regensburg gefahren. „Und kein Regen“. Ein typischer Dieter-Bohlen-Brüller. Der 69-Jährige plaudert, singt, schüttelt Hände. Seine Sprüche sind zu keiner Zeit abfällig, außer er berichtet über seine Erfahrungen mit „Nörchen“, wie er die Thomas Anders Gattin Nora dauernd nennt. Das tut er gern mit Häme. Auch über seinen Ex-Partner macht er sich lustig. Aber so ist er nun mal, der Dieter. Er weiß, wie man sein Publikum bei Laune hält.

Advertorial ohne Button, ohne Markierung, ohne Background
Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial Neues Advertorial

Nie mehr nach England eingeladen

Niemals wieder wurden Modern Talking zu einer Fernsehsendung nach England eingeladen, weil Nora bei der bedeutendsten TV-Show ihrer Art, „Top of the Pop“, verlangt hatte, alle Frauen müssten das Studio verlassen, ihr Thomas singe nur vor Männern. Oder die Anekdote vom Video-Dreh, bei dem Nora unbedingt mit ihrem Thomas im selben Auto sitzen wollte, weil sie das immer tue. Also Rücksitz ausgebaut, Nora drunter gelegt und Decke drüber. Hauptsache, sie hatte ihren Kopf durchgesetzt.

#1 beispiel in-article

Ausflug ins Modern Talking Universum

Die Regensburger Show wird zum Ausflug ins Modern Talking Universum. Auch „Blue System“ kommen nicht zu kurz. Die Fans hören „Midnight Lady“, das Bohlen für Smokie-Sänger Chris Norman geschrieben hatte oder die Schimanski „Tatort“-Nummer „Against the Wind“. Der Abend ist eine Auffrischung der 80er Jahre. Ein Potpourri an Nummer-1-Hits. „You’re My Heart, You’re My Soul“, „Cheri, Cheri Lady“, „Brother Louie“ oder „Geronimo’s Cadillac“. Man kann lachen über diesen Bohlen. Man muss ihn nicht mögen. Aber dieser Dieter aus Ostfriesland dürfte der einzige sein auf diesem Planeten, der mit immer der gleichen Melodienkette einen Welthit nach dem anderen gelandet hat. Sein Oberpfälzer Publikum hat er jedenfalls im Griff.