Parkstein. Mehr Böhmen geht fast nicht. Unter dem Titel „Als Parkstein noch bei Böhmen war“ hatten das Museum Vulkanerlebnis Parkstein und die Marktgemeinde am 29. Oktober zu einem Böhmischen Abend mit Blasmusik, kulinarischen Spezialitäten und Theater eingeladen.
Schweinebraten und Gulasch mit böhmischen Knödeln, sowie Bier aus der Brauerei Königsberg an der Eger sorgten gleich zu Beginn der Veranstaltung für die passende Grundlage. Bürgermeisterin Tanja Schiffmann begrüßte im ausverkauften Festsaal die Gäste und freute sich, anlässlich des 700. Geburtstages Kaiser Karl IV. und der bayerisch-tschechischen Landesausstellung einen besonderen Blick auf dessen Herrschaft in Parkstein werfen zu können.
Danach begann bereits der musikalische Teil des Abends. Die Blaskapelle der Musikschule Touzim mit Leiter Karel Musil gab sich abwechselnd mit den Parksteiner Sitzweilmusikanten unter der Leitung von Alfons Steiner die Ehre. Von böhmischen Polkas und Märschen bis bayerischen Gassenhauern wie der „Gföllermarsch“ oder das „Gamsgebirg“ war alles mit dabei. Zwölf junge Majoretten, landestypische Tänzerinnen, sorgten zwischendurch gekonnt für Stimmung auf dem Parkett.
Die Geschichte Parksteins in drei Akten: Von tapfersten Männern und Bauern
Ein unterhaltsamer Dreiakter, verfasst von Museumsleiterin Susanne Moldaschl, erzählte die Geschichte Parksteins unter böhmischer Herrschaft. Im ersten Akt traf Erwin Bösl als Herold noch etwas voreilig ohne den König im Festsaal ein. Im Gespräch zwischen ihm und dem Parksteiner Bauern Peimler (Hubert Hösl) sowie Moldaschl als Erzählerin erfuhren die Besucher allerdings bereits wissenswerte Grundlagen aus der Biografie des Königs.
Als zu Beginn des zweiten Aktes die Fanfaren ertönten, betrat König Karl IV. (Richard Beer) mit seiner Gattin Anna von Schweidnitz (Tanja Neumann) und ihren Hofdamen (Rosi Hösl und Susanne Spörer) die Bühne, um den für ihn so strategisch günstig gelegenen Ort Parkstein zu inspizieren. Kurzweilig und immer mit einem Augenzwinkern machten sie die Zuschauer mit der komplexen mittelalterlichen Geschichte der Marktgemeinde und der darin enthaltenen kurzen Episode der böhmischen Herrschaft vertraut.
Im dritten Akt kehrte Karl – inzwischen Kaiser – vierzehn Jahre später nach Parkstein zurück um die tapfersten Männern des Ortes als Soldaten für die Burg zu mustern. Obwohl sich die Bauern (Hubert Hösl, Berthold Sparrer, Hans Schäfer, Peter Melchner, Martin Spörer) nicht alle als beste Wahl erwiesen, schafften drei von ihnen doch den Sprung in die kaiserliche Garde. Zum Schluss verließ Karl IV. unter tosendem Applaus den Festsaal. Erzählerin Moldaschl und der Herold lösten die Geschichte anschließend auf und spannten noch einmal gekonnt den Bogen zurück in die Gegenwart.

