CSU-Stadtrat Hans Forsters gestaltete in seinem Grußwort die fachlich brillanten Ausführungen von Wolfgang Herzer über den künstlerischen Wert der Arbeiten von Axel Bunt und Christoph Bartolmais etwas handlicher. Forsters Einschätzung nach male ein Künstler seine Bilder nur deshalb, weil er sich mit ihnen ausdrücken wolle. Und weil er sich natürlich insgeheim wünsche, dass seine Absicht vom Betrachter auch als solche entsprechend erkannt werde. Was im vorliegenden Fall durchaus zulässig war. Große Abbildungen von Tieren, wie einem Nashorn lassen sich nun mal selbst von Laien gut erkennen.

Übergang vom Tier zum Menschen

Wie Herzer beschrieb, stünden die beiden stilistisch und medial äußerst konträren Maler aus Berlin seit längerem mit dem Kunstverein Weiden in Kontakt. Seit Samstag zeigen die beiden unter dem Motto „the missing link“ in der Galerie in der Ledererstraße zahlreiche Arbeiten zum Thema Akt und Weiblichkeit. Wie Wolfgang Herzer bei der Vernissage am Abend betonte, handelt es sich bei der Titelwahl um den Übergang vom Tier zum Menschen, vom Regelwerk der Natur zu dem der Kultur. Die beiden Künstler gehörten zum festen Bestand der Berliner Junge-Kunst-Szene und würden seit längerem gemeinsam auftreten.

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Bunte, aus psychedelisch bemaltem Sperrholz monumentale Bild-Kästen, in denen freie und figürliche Formen mit Kraft den Rahmen sprengten, dringen in den realen Außenraum, sagte Herzer. Hierbei ließen sich seine exaltierten Ausführungen auch als Macht-Metaphern der Erotik und ihrer Domestizierung lesen, betonte Herzer. Bartholomäis dagegen nehme auf seinen sensiblen Ölgemälden die Position des magischen Realismus ein. Dabei würden im ikonographischen Rahmen des Coming-of-Age junge Frauen gezeigt, die ihre erwachende Geschlechtlichkeit erfuhren und den Weg zur authentischen Selbstfindung suchten.

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Bildwechsel

So betrachtet reflektierten beide Künstler auf einander ergänzende Art die uralte Frage nach der geschlechtlichen Natur des Menschen und seiner Ursprünglichkeit überhaupt. Eine Frage, auf die diese Ausstellung mit besonderen Bildern antwortet. Gezeigt wird der Blickwechsel von Mensch und Tier. Wie Herzer beschrieb, finde sich der Mensch auf rätselhafte Weise wieder in den Tieren als Mitgeschöpfe.