Den meisten Gästen war Christoph Maul bisher gänzlich unbekannt. Dabei war der Mittelfranke schon vor zwanzig Jahren fester Bestandteil bei den Faschingssitzungen in seiner Heimat Schillingsfürst. Im Jahr 2013 belegte er in der Sendung „Franken sucht den Supermann“ den dritten Platz. Aber in der nördlichen Oberpfalz?

Plötzlich und unerwartet für viele kam dann dieses Großmaul auf die Kulturbühne im Parapluie. Und es hatte etwas zu sagen: „Mangel durch Überfluss“ hieß das Programm, mit dem Christoph Maul vor vier Jahren zum ersten Mal durch die Lande gezogen war.

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Gekonnt, humorvoll und intelligent bediente er auf der Kleinkunst-Bühne die regionale Politik wie die Bundespolitik. Mit dabei: Gstanzl-Sänger Martin Rohn, der Mauls Botschaften mit selbstgeschriebenen Songs untermalte.

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Bachelor im Spazierengehen

Der Mittelfranke wusste auf alles eine Antwort. Manche Antworten blieben allerdings spekulativ. „Vielleicht ist ja Holz momentan nur deshalb so knapp, weil es so viele Holzköpfe gibt?“, spekulierte Maul. Er habe ja seinen Bachelor im Spazierengehen gemacht, informierte er die Zuhörer, die aus dem Lachen nicht mehr herauskamen.

Ziemlich abfällig blickte er auf die vielen E-Biker herab, die neuen Umweltaktivisten, die vor ihrem Umstieg aufs elektrische Rad die 400 Meter zum nächsten Metzger im SUV zurückgelegt hätten.

Gelbe Bundeswehrhubschrauber

Maul wusste auch etwas über die Qualitäten der Unionspolitiker Andreas Scheuer, Jens Spahn und Alexander Dobrindt zu sagen: „Wären die bei ‚Die drei Fragezeichen‘ dabei gewesen, hätten die keinen einzigen Fall gelöst.“ Und über die Bundeswehr sagte Maul spitz: Das Segelschiff „Gorch Fock“ könne momentan wegen Motorschadens nicht auslaufen, und die Hubschrauber müssten vom ADAC angemietet werden, was natürlich einige Probleme bei der Tarnung aufwerfe.

Liebstes Thema des Kabarettisten war aber der Wahnsinn des Alltags. Seien es Probleme beim Einkaufen im Supermarkt, die Herausforderungen einer Hochzeit oder der Kampf gegen Fahrradfahrer. Fazit: Die Dichte der Pointen ist engmaschig, es reicht für die ganz große Bühne.