Grafenwöhr/Pressath. Schon bald ein ganzes Jahr „Corona“-Zeit liegt hinter uns und damit schwere Zeiten für alle. Auch die Friseure im Städtedreieck müssen sich seitdem durchkämpfen. [Die Gespräche fanden bereits vor dem harten Lockdown statt.]

Von Renate Gradl

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Es war ein ungünstiger Start in die Selbständigkeit von Constanze Blum. Sie wollte am 1. April mit einem eigenen Friseursalon durchstarten. Zuvor war sie 43 Jahre als Friseurin angestellt. Der Friseursalon, den die 58-jährige von Barbara Hößl-Bauer übernommen hat, wurde wegen „Corona“ erst am 4. Mai 2020 eröffnet.

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„Am Anfang war es chaotisch“

„Es war eine Herausforderung von Anfang an“, gesteht Blum. Wie soll das Hygienekonzept eingehalten werden? Diese Frage stellte sich ihr und Barbara Hößl-Bauer, die ihr seit Mai „Stuhlmiete“ bezahlt, da sie nur noch teilweise im Salon arbeitet. „Am Anfang war es chaotisch, da die Termine dicht gedrängt waren. In der Zwischenzeit ist es entspannter. Es kommen auch einige der älteren Kunden aus Sorge wegen Corona nicht mehr. Aber es gibt Arbeit, auch für meine bisherigen Mitarbeiterinnen, die Constanze übernommen hat“, freut sich Hößl-Bauer.

„Zuerst gab es einen Andrang, dass auch Montags geöffnet war. Mein Tag begann um 6.30 Uhr im Geschäft, wo alles desinfiziert werden musste und endete meistens erst um 22 Uhr. Die Kundschaft ging und geht verständnisvoll mit der Situation um; der Abstand wird absolut eingehalten“, erklärt Blum. Das Tragen der Maske war zwar gewöhnungsbedürftig. Auch beim Telefonieren ist der Mund-Nasenschutz etwas hinderlich, aber positiv war für mich, dass ich dadurch nicht mehr so viele Dämpfe abbekam“, zieht die Grafenwöhrerin ihr Fazit.

Erfreulich, so lange offen gehabt zu haben

Das Jahr 2020 im Pressather Friseursalon „Glanzhaft“ war seit „Corona“ geprägt von Schicht- und Kurzarbeit. „Es war nicht ganz ohne“, sagt Filialleiter Christian Götz. Seine zehn Mitarbeiter durften schließlich keine Augenbrauen zupfen, keinen Wimpern färben und keinen Bart schneiden. Auch das Verschönern der Nägel wurde nicht erlaubt. „Dies waren alles Funktionen, die einfach gefehlt haben“, erläutert der 35-jährige.

„Man versteht vieles nicht mehr. Aber mittlerweile habe ich aufgehört, es verstehen zu wollen“, so Götz. Im Rückblick meint der Friseur: „Es gab auch viele spontane Absagen meiner Kunden, die schon einen Termin vereinbart hatten.“ Trotzdem sei es erfreulich, dass die Friseure bis vor Kurzem noch offen hatten.

Fotos: Renate Gradl (vor hartem Lockdown aufgenommen)